Superbanner

Filmpreis an Klaus Lemke: „Meine Filme werden lange glänzen“

Filmpreis an Klaus Lemke: „Meine Filme werden lange glänzen“

1118.03.10|Kultur|Kultur|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Filmpreis an Klaus Lemke: „Meine Filme werden lange glänzen“

München - Überraschung: Die Stadt hat den mit 10.000 Euro dotierten Münchner Filmpreis an Klaus Lemke vergeben.

Attraktive Kritik: Zur Eröffnung des Münchner Filmfests 2009 erschien Klaus Lemke mit seinen zwei Hauptdarstellerinnen auf dem Roten Teppich, die klarmachten, dass der Lemke-Film „Schmutziger Süden“ bis dato noch nicht vom Filmfest abgelehnt wurde – weil Lemke damals noch mitten in den Dreharbeiten steckte. foto: schlaf

Attraktive Kritik: Zur Eröffnung des Münchner Filmfests 2009 erschien Klaus Lemke mit seinen zwei Hauptdarstellerinnen auf dem Roten Teppich, die klarmachten, dass der Lemke-Film „Schmutziger Süden“ bis dato noch nicht vom Filmfest abgelehnt wurde – weil Lemke damals noch mitten in den Dreharbeiten steckte. foto: schlaf

Diese Stadt ist manchmal doch für Überraschungen gut: Regisseur Klaus Lemke erhält den mit 10 000 Euro dotierten Münchner Filmpreis für sein Gesamtwerk, den in den Vorjahren etwa Herbert Achternbusch oder Günter Rohrbach bekommen haben. Diese Entscheidung ist deshalb bemerkenswert, weil die jüngeren Filme des 69-jährigen Lemke in den vergangenen Jahren regelmäßig vom Filmfest München, bei dem die Stadt immerhin Mitgesellschafter ist, abgelehnt wurden. Selbst der vielgelobte Film „Dancing with Devils“, für den der Regisseur Ende des Jahres 2009 mit dem Norddeutschen Filmpreis bedacht wurde, fiel seinerzeit bei den Programmverantwortlichen des Münchner Filmfests gnadenlos durch.

Lemke, der grundsätzlich ohne Drehbuch, ohne Filmförderung und mit Laiendarstellern arbeitet, wurde 1972 mit seiner Kiez-Studie „Rocker“ berühmt. Für „Amore“ gab es 1979 den Grimme-Preis. Heute arbeitet er vor allem fürs Fernsehen, gerade hat er „Schmutziger Süden“ fertiggestellt und ist von den Dreharbeiten zu „3 Kreuze für einen Bestseller“ aus Fuerteventura zurückgekehrt. „Ich kenne niemanden in der Filmbranche, der mit 80 000 Euro Produktionsbudget mehr anfangen könnte als ich“, erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch das Geld des Münchner Filmpreises wird er in seine Arbeit stecken, denn Lemke ist überzeugt: „Der deutsche Film ist in den Siebzigern auf Klassenfahrt hängengeblieben – an dem Tag, an dem Alexander Kluge den Innenminister um Steuergelder zur Filmförderung anging. Seitdem ist der deutsche Film bestenfalls ein mittelmäßiger Dritte-Welt-Walzer.“

Der Filmemacher, der etwa Iris Berben und Wolfgang Fierek entdeckte, ist wohl der kompromissloseste Kritiker der Filmförderung aus Steuergeldern. „Würden wir die abschaffen, wäre Deutschland innerhalb von zwei Jahren das kreativste Filmland Europas und eine echte Konkurrenz für Hollywood“, sagt Lemke. Deshalb dreht er auch konsequent ohne staatliche Unterstützung seine „50-Euro-Filme“: Jeder Mitwirkende erhält pro Tag 50 Euro – egal, ob er hinter oder vor der Kamera arbeitet. „Meine kleinen Filme werden immer noch glänzen, wenn der ganze Industrieschrott im Massengrab allerbester Absichten verrottet ist.“

Nach solchen Sätzen wird eines klar: Die Stadt gibt ihre Auszeichnung keinem pflegeleichten Künstler – und die Preisverleihung im Juli wird sicher keine Schmuseveranstaltung. Glückwunsch also an beide: an Klaus Lemke und an München.

Michael Schleicher

zurück zur Übersicht: Kultur

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

Prinzessin Mette-Marit eröffnet Munch-Ausstellung

Norwegens Prinzessin eröffnet Munch-Ausstellung

Frankfurt - Mit Stolz auf ihren Landsmann hat Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit die Munch-Ausstellung in Frankfurt eröffnet.Mehr...

Kommentare

Aktuelle Fotostrecken

Syrien: So wütet Assasd gegen sein eigenes Volk

08.02.12|Welt|0

weitere Fotostrecken:

Aktuelle Kino-Filme

Hugo Cabret: Oscarfavorit von Martin Scorsese

„Hugo Cabret“: Ist dieser Film elf Oscars wert?

Berlin - Martin Scorsese huldigt in seinem Kinofilm „Hugo Cabret“ dem Filmmagier Georges Méliès. Ob das Abenteuer wirklich elf Oscarnominierungen wert ist? Hier die Filmkritik und der Kinotrailer:Mehr...

Star Wars: Episode 1 jetzt in 3D

Die dunkle Seite der Macht – jetzt in 3D

Berlin - Der “Krieg der Sterne“ ist zurück: Zwar ist die Story bekannt, Altmeister George Lucas aber bringt Obi-Wan Kenobi, Meister Yoda, Königin Amidala und Anakin Skywalker erstmals dreidimensional ins Kino.Mehr...

Sudoku online spielen
Nachrichten und Informationen aus Ihrer Umgebung

Wussten Sie schon...

… dass Sie Bilder, Videos und Audio-Dateien/Podcasts bewerten können?

Sobald Sie den Button Dot drücken, geben Sie eine positive Bewertung ab. In der Community werden die bewerteten Objekte automatisch zu den Favoriten hinzugefügt.

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper