| Name: | Auftrag Rache |
| Regisseur: | Martin Campbell |
| Schauspieler: | Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston |
| Jahr: | 2010 |
| Länge: | 117 |
| Land: | Großbritannien / USA |
| Genre: | Thriller |
| Verleih: | Wild Bunch |
| Starttermin: | 11.03.10 |

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Männer, die einsam und unerbittlich ihren Weg gehen, hat Gibson immer schon gerne und gut gespielt, aber bei seinem ersten großen Auftritt nach achtjähriger Pause verzichtet er auf Manierismen, mit denen er seinen Furor mit jungenhaftem Charme abmilderte. Gibson spielt nun so lakonisch und zurückgenommen wie Clint Eastwood, und das tut dem Film gut. Es gibt Humor in diesem düsteren Moralstück, aber der ist beunruhigend grimmig.
Regisseur Martin Campbell misstraut Ironie. Soweit es die Schilderung von Gewalt angeht, hat er Recht damit. Campbell nimmt seine Geschichte gebührend ernst und hat nicht einfach nur einen Thriller nach bekanntem Muster inszeniert. Er lässt sich Zeit und zeigt die Eruptionen blanker Gewalt eher verstörend beiläufig. Ihn interessiert der Mann, der glaubt, aus Vergeltung töten zu dürfen, nicht das Töten selbst. Es ist die Chronik eines angekündigten Amoklaufes. Das Faszinierende daran ist die unterschwellige politische Botschaft. Denn aus der Verzweiflung über den Tod der Tochter wird rasende Wut, als sich herausstellt, dass sie das Opfer wirtschaftlicher Erwägungen war. Sie hat entdeckt, dass ihr Arbeitgeber sein Geld mit illegalen Waffengeschäften macht und dabei von der Politik gedeckt wird.
Craven ist ein Mann des Systems. Er hat seinem Land erst als Soldat, dann als Polizist gedient. Er glaubt an Institutionen und das Recht. Aber wenn die Reichen und Mächtigen den Gesellschaftsvertrag einseitig kündigen, um noch reicher und mächtiger zu werden, fühlt er sich auch nicht mehr an Regeln gebunden. Wie in einem Drama von Shakespeare sind alle Figuren zum Untergang verdammt – wegen eines Mannes, dem alles egal geworden ist. Das ist der subversive Sprengsatz des Films: Die Mehrheit mag sich von der Elite regieren lassen. Aber ständig betrogen und vorgeführt zu werden, das geht nicht. Ein fast meditativer Blick ins Herz der Finsternis, der nicht zuletzt wegen des metaphysischen Finales irritiert. Hier ist wirklich nichts so, wie man es erwartet.
von Zoran Gojic



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