Superbanner

Kinostart von Martin Campbells Film „Auftrag Rache“ mit Mel Gibson: Chronik eines angekündigten Amoklaufs

"Auftrag Rache": Chronik eines Amoklaufs

Es ist die Chronik eines angekündigten Amoklaufes: „Auftrag Rache“. Nach fast achtjähriger Pause kehrt Mel Gibson als zu allem entschlossener Vater auf die Kinoleinwand zurück.

1 BewertungSchlechtNichts BesonderesSehenswertSehr gutHervorragendDanke für Ihre Bewertung!

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.1465478100170864384001
Schliessen

Videotitel

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).

Die Entscheidungen, die man im Leben treffen muss, sind nicht leicht, aber einfach. So sieht das Polizist Thomas Craven, der sich nach der Ermordung seiner Tochter zum Rachefeldzug aufmacht: Man müsse wählen, ob man gekreuzigt wird oder die Nägel einschlägt. So schlicht, so unverrückbar und so schrecklich ist das. Mel Gibson spielt diesen Thomas Craven, und er gibt diesem Racheengel sein entschlossenes und gleichzeitig melancholisches Gesicht.

Männer, die einsam und unerbittlich ihren Weg gehen, hat Gibson immer schon gerne und gut gespielt, aber bei seinem ersten großen Auftritt nach achtjähriger Pause verzichtet er auf Manierismen, mit denen er seinen Furor mit jungenhaftem Charme abmilderte. Gibson spielt nun so lakonisch und zurückgenommen wie Clint Eastwood, und das tut dem Film gut. Es gibt Humor in diesem düsteren Moralstück, aber der ist beunruhigend grimmig.

Regisseur Martin Campbell misstraut Ironie. Soweit es die Schilderung von Gewalt angeht, hat er Recht damit. Campbell nimmt seine Geschichte gebührend ernst und hat nicht einfach nur einen Thriller nach bekanntem Muster inszeniert. Er lässt sich Zeit und zeigt die Eruptionen blanker Gewalt eher verstörend beiläufig. Ihn interessiert der Mann, der glaubt, aus Vergeltung töten zu dürfen, nicht das Töten selbst. Es ist die Chronik eines angekündigten Amoklaufes. Das Faszinierende daran ist die unterschwellige politische Botschaft. Denn aus der Verzweiflung über den Tod der Tochter wird rasende Wut, als sich herausstellt, dass sie das Opfer wirtschaftlicher Erwägungen war. Sie hat entdeckt, dass ihr Arbeitgeber sein Geld mit illegalen Waffengeschäften macht und dabei von der Politik gedeckt wird.

Craven ist ein Mann des Systems. Er hat seinem Land erst als Soldat, dann als Polizist gedient. Er glaubt an Institutionen und das Recht. Aber wenn die Reichen und Mächtigen den Gesellschaftsvertrag einseitig kündigen, um noch reicher und mächtiger zu werden, fühlt er sich auch nicht mehr an Regeln gebunden. Wie in einem Drama von Shakespeare sind alle Figuren zum Untergang verdammt – wegen eines Mannes, dem alles egal geworden ist. Das ist der subversive Sprengsatz des Films: Die Mehrheit mag sich von der Elite regieren lassen. Aber ständig betrogen und vorgeführt zu werden, das geht nicht. Ein fast meditativer Blick ins Herz der Finsternis, der nicht zuletzt wegen des metaphysischen Finales irritiert. Hier ist wirklich nichts so, wie man es erwartet.

von Zoran Gojic

zurück zur Übersicht: Kino

Kommentare

Aktuelle Fotostrecken

Das "Gruftikabinett": Skurrile Bilder vom Wave-Gotik-Treffen in Leipzig

weitere Fotostrecken:
Sudoku online spielen
Nachrichten und Informationen aus Ihrer Umgebung

Wussten Sie schon...

… dass Sie Bilder, Videos und Audio-Dateien/Podcasts bewerten können?

Sobald Sie den Button Dot drücken, geben Sie eine positive Bewertung ab. In der Community werden die bewerteten Objekte automatisch zu den Favoriten hinzugefügt.

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper