| Name: | Avatar - Aufbruch nach Pandora 3D (OV) |
| Jahr: | 2009 |
| Länge: | 161 |
| Land: | USA |

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Der Held beginnt sein Abenteuer mit geschlossenen Augen und beendet es, in dem er seine Augen öffnet. Ein Augenblick – aber dazwischen liegt eine beschwerliche Reise zum Licht, vom Schlaf zum bewussten Leben. Und der Zuschauer folgt zunehmend fasziniert, wie der Mensch Jake abtrünnig wird, um als Außerirdischer wiedergeboren zu werden – weil es der einzige Weg ist, wahrhaftig zu existieren. „Avatar“ ist der Entwicklungsroman eines Renegaten, der sich von seiner Spezies abwendet, weil er sie nicht mehr sehen kann. Es ist ein harsches Pamphlet gegen die menschliche Zivilisation. Und man kann sich dagegen sträuben, sich wehren – am Ende packt einen diese völlig maßlose, auch anmaßende Art des Kinos doch.
Cameron ist ein Romantiker der alten Schule. Die Schilderung der Verbundenheit seiner außerirdischen Helden zur Natur schwappt mitunter ins Esoterische über. Fast scheint es, Cameron hätte noch schnell die Dichter der deutschen Romantik gelesen. Die spirituelle Verbindung zwischen den Aliens und ihrem Planeten wird hier handfest: Es gibt Kontakt zur Welt der Geister, wenig überraschend wird er über Bäume hergestellt: Weil Cameron sehr genau weiß, wie er Archetypen, Bilder und Symbole richtig einzusetzen hat, nimmt man das alles hin.
mmt man das alles hin. Überraschend ist, wie grimmig sich der Regisseur auf die Seite dieser Außenseiter schlägt. Ihr Kampf gegen die Menschen, die ihren Planeten seiner Bodenschätze wegen zerstören, ist gerecht. Dass die Menschen diesen Widerstand als „Terror“ definieren, der mit „Terror bekämpft“ wird, ist eine offensichtliche Anspielung auf aktuelle Politik. Doch Cameron geht weiter und bricht Krieg auf das herunter, was er letztlich immer war: ein Verteilungskampf. Es geht um ökonomische Ziele und Cameron vertritt die kulturpessimistische These, dass die Menschen an eben dieser Profitgier zu Grunde gehen werden. Am Ende, und das ist wirklich unbarmherzig, stellt der Film dann das Selbstverständnis der Menschen in Frage: Denn sie sind die Aliens. Und sie müssen scheitern, weil sie keinen Respekt vor dem Andersartigen haben. Das ist es, was Jake vor seinen Artgenossen begreift, deswegen kann es auch kein versöhnliches Happy End geben. Doch das gab es bei Cameron noch nie.
Zoran Gojic
mit Sam Worthington
Regie: James Cameron
Sehenswert: 4 Sterne
Rubriklistenbild: © 2009 Twentieth Century Fox


Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.