| Name: | Das Bildnis des Dorian Gray (OV) |
| Jahr: | 2009 |
| Länge: | 112 |
| Land: | Großbritannien |
| Genre: | Literaturverfilmung |
| Starttermin: | 15.04.10 |

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Über Literaturverfilmungen liegt meist der Odem des Gewagten. Durch den Balanceakt zwischen eigener Sprache und der gebotenen Rücksicht auf die Vorlage sind Unzulänglichkeiten vorprogrammiert – nun zu sehen an Oliver Parkers Adaption von Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“. Erzählt wird die schaurige Geschichte des unbedarften Schönlings Dorian (Ben Barnes), der unter dem Einfluss Lord Henry Wottons (Colin Firth) zu einem unmoralischen Hedonisten verkommt. Weil er seine Seele hergibt, bleiben ihm Schönheit und Jugend erhalten. Einzig das Bild altert, das Maler Bazil Hallward (Ben Chaplin) von Dorian schuf.
Da hilft Colin Firths überzeugende Verkörperung des zwiespältigen Lords nur ansatzweise. Und Ben Barnes glänzt allenfalls dadurch, dass er einfach schön ist. Das hat auch seinen Reiz, füllt aber die Rolle des literarischen Dorian nicht. Selbst die Kernmetapher der Geschichte, das alternde Bild, verliert durch plumpes Gebrumme, diabolisches Geschmatze und alberne Animation jede Tiefe und erinnert so unfreiwillig an das Gemälde des Fürsten Vigo aus dem Achtzigerjahre-Gruseler „Ghostbusters 2“. Wer diese Verfilmung genießen will, sollte Wildes Buch besser nicht gelesen haben.
von Marcus Mäckler



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