| Name: | Precious - Das Leben ist kostbar |
| Jahr: | 2009 |
| Länge: | 109 |
| Land: | USA |
| Genre: | Porträt |
| Starttermin: | 25.03.10 |

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Das war auch die Idee hinter der Romanvorlage „Push“, in der die Autorin Sapphire einen Albtraum von Leben beschreibt. Precious ist 16, schwarz, schwer übergewichtig, funktionale Analphabetin und bereits zum zweiten Mal schwanger. Ihre Familienverhältnisse als schwierig zu bezeichnen, wäre eine grobe Untertreibung. Der Vater ihrer Kinder ist gleichzeitig ihr eigener, und er taucht nur zuhause auf, um Precious zu misshandeln. Die Mutter lebt von der Wohlfahrt und tut nichts. Außer ihrer Tochter das Leben zur Hölle zu machen. Ein Konstrukt, in dem viel zugespitzt wird, das dennoch in der Wirklichkeit verwurzelt ist.
Die Debütantin Gabourey Sidibe spielt diese Precious sensationell. Wie sie versucht, unsichtbar zu werden, weil sie sich schämt für ihr Gewicht, für ihre dunkle Haut, ihr bloßes Dasein, ist grandios zurückgenommen dargestellt. Ihre Intensität überträgt sich körperlich auf das Ensemble. So sind die bewegendsten Stellen jene geworden, in denen die Schauspieler sichtlich selbst von ihren Emotionen mitgerissen wurden. Ein Rührstück ist es dennoch nicht, dazu ist der Film politisch zu brisant, was die kontroversen Reaktionen in den USA erklärt. Neoliberale sahen sich durch die Schilderung eines verrotteten Wohlfahrtssystems bestätigt. Aber sie haben nicht genauer hingesehen. Precious schafft den Ausstieg aus Apathie und Perspektivlosigkeit durch eigene Anstrengung, insofern ist der Film uramerikanisch. Den Impuls dazu und die notwendige Hilfe bekommt sie von Helfern im Staatsdienst.
Von Zoran Gojic



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