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Koalitionskrach um Gärtnerplatz-Intendanz

Koalitionskrach um Gärtnerplatz-Intendanz

216.03.10|Kultur|Kultur|2
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Artikel: Koalitionskrach um Gärtnerplatz-Intendanz

München - Eine Personalie in der Münchner Kulturszene sorgt für Ärger in der schwarz-gelben bayerischen Staatsregierung.

© dpa

Ulrich Peters

Staatskanzleichef Siegfried Schneider (CSU) kritisierte Kunst- und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) am Dienstag scharf für dessen Entscheidung, den Vertrag mit dem Intendanten des Gärtnerplatztheaters, Ulrich Peters, nicht zu verlängern. “Es ist kein guter Stil, wenn Wissenschaftsminister Heubisch eine Personalentscheidung bekanntgibt, die noch gar nicht getroffen sein kann“, sagte Schneider nach Angaben der Staatskanzlei. Eine solche Personalentscheidung sei Sache des Koalitionsausschusses. Heubisch reagierte verärgert auf die Vorwürfe und wies sie zurück.

Schneider sagte: “Es geht nicht an, dass solche Dinge vorschnell in die Öffentlichkeit transportiert werden, bevor Klarheit in der Sache herrscht.“ Laut Koalitionsvertrag von CSU und FDP klärt der Ausschuss “die strittigen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung einschließlich herausgehobener Personalentscheidungen“. “Dass es sich in diesem Fall um eine solche handelt, ist doch klar“, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei. Schließlich hätten Meldungen über das Vertrags-Aus für Peters hohe Wellen geschlagen.

Heubisch widersprach dieser Darstellung. Das Vertragsende sei “eindeutig Sache des Kunstministers“, sagte er und berief sich dabei ebenfalls auf den Koalitionsvertrag und die Geschäftsordnung der bayerischen Staatsregierung. Der Koalitionsausschuss sei nur dann zuständig, wenn ein neuer Kandidat in ein Spitzenamt berufen oder ein Vertrag vorzeitig aufgelöst werde. “Beides trifft hier nicht zu“, erklärte Heubisch nach Angaben seines Ministeriums.

Der Vertrag von Peters ende - wie vom Kabinett beschlossen - im August 2012. Darum müsse sich der Koalitionsausschuss nicht damit befassen, sagte Heubisch. “Das sollte auch dem Kollegen Schneider bekannt sein.“ Peters habe Anspruch darauf, frühzeitig davon zu erfahren, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. “Das ist jetzt geschehen und entspricht gutem Stil sowie meiner Verantwortung für das Theater am Gärtnerplatz.“ Bei der anstehenden Neubesetzung werde er das Kabinett “selbstverständlich“ einbeziehen. Im Übrigen habe nicht er, sondern Peters die Öffentlichkeit über das Vertragsende informiert.

Peters hatte in der vergangenen Woche davon erfahren, dass sein Vertrag als Intendant am Staatstheater am Gärtnerplatz im Jahr 2012 auslaufen soll und sich enttäuscht an die Öffentlichkeit gewandt. “Ich bedaure diese Entscheidung zutiefst“, sagte er. Nach einem Kabinettsbeschluss soll das Gärtnerplatztheater vom Frühjahr 2012 an generalsaniert werden. Während der dreijährigen Renovierungsphase muss das Ensemble auf andere Spielstätten in München ausweichen. “Das Zeichen für eine so schwerwiegende Zäsur zu diesem Zeitpunkt halte ich für fatal und gefährlich für den Fortbestand dieses unverzichtbaren Kulturstandortes“, erklärte Peters.

dpa

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