Das neue Depeche-Mode-Album „Sounds Of The Universe“ ist nur mittelprächtig geworden – wer Synthie-Pop will, hört lieber Pet Shop Boys.

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Ernste Sache: Die kultisch verehrte Band Depeche Mode.
Weil ich weiß, dass ein guter Freund von mir die Pet Shop Boys hasst wie die Pest, packte ich ihm das Lied „Pandemonium“ vom neuen Album der Briten auf eine Mix-CD. Kleine Gemeinheiten erhalten die Freundschaft. Und siehe da: Die Reaktion war durchaus positiv. Ein Klasse-Song sei das, meinte er – was man von der neuen Single „Wrong“ von Depeche Mode ja wohl nicht behaupten könne. Da hat er Recht. Und dabei liebt er Depeche Mode über alles. Wie überhaupt dieses ernsthafte, fast humorlose Elektro-Pop-Trio von seinen Fans kultisch verehrt wird.
Die Pet Shop Boys dagegen – die andere noch lebenden 80er-Synthie-Dinosaurier aus England – kommen auf ihre ironische Art auch mit dem einen oder anderen Schlendrian durch. Eine neue Platte von Depeche Mode landet automatisch auf der Goldwaage. So auch das heute erscheinende Album „Sounds Of The Universe“.
Man möchte nicht glauben, dass die Band viel mehr Songs geschrieben und sich schwergetan hat, 13 Lieder auszusortieren. Das ziellose Instrumental „Spacewalker“ etwa würde niemand vermissen. Dabei hat sich Gahan zum selbstbewussten Songwriter neben Martin L. Gore gemausert. Das beste Lied ist von ihm: „Miles Away“ variiert zwar nur das alte Entfremdungs-Thema, marschiert aber forsch voran. Auch Gores Stück „Fragile Tension“ strahlt eine gelangweilte Schönheit aus. Vielleicht braucht die Platte ja noch Zeit, zu wachsen. Fans werden ihr die gerne geben. Alle anderen hören die Pet Shop Boys.
Von Johannes Löhr



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