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So kam es zu Günther Jauchs Bademantel-Auftritt bei "Wer wird Millionär?"

Kandidat brachte Kittel im Dittsche-Look mit ins Studio

So kam es zu Günther Jauchs Bademantel-Auftritt

317.04.09|Fernsehen|Fernsehen|
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Artikel: So kam es zu Günther Jauchs Bademantel-Auftritt

Freitagabend bei "Wer wird Millionär?". Millionen Menschen schauen zu, wie Günther Jauch seine Quizsendung moderiert – im Bademantel.

© RTL

Kandidat Thomas Mühlnickel hatte Jauch den Bademantel mitgebracht

Noch dazu in einem, der genau dem von Olli Dittrichs Bademantel in der Sendung Dittsche gleicht. Was ist mit Jauch passiert?

Der Kandidat Thomas Mühlnickel aus Neckargemünd war bereits am vergangenen Montag Kandidat der RTL-Show gewesen und erzählte: „Während meinem BWL-Studium hatte ich einen ungewöhnlichen Nebenjob: Ich verkaufte Bademäntel!“ Eine Idee, die ihm plötzlich beim Dittsche-Gucken gekommen sei.

"Die Mäntel ließ ich in der Türkei produzieren, weil das dort so günstig war: bei Ali, der hatte eine Firma für Frotteewaren“, sagt der 26-Jährige gegenüber der tz. Und genau dieses Dittsche-Design hatte der Unternehmensberater Günther Jauch mitgebracht. Der ließ es sich nicht nehmen, den Mantel mit den hässlichen Blockstreifen gleich überzuziehen.

Die tz hat das Gespräch zwischen Jauch und dem ledigen Bademantel-Kandidaten aufgezeichnet:

Der Bademantel-Dialog

Günther Jauch: Guten Abend bei Wer wird Millionär und willkommen zurück mit Thomas Mühlnickel, der jetzt um 32000 Euro spielt. Wir waren zuletzt stehen geblieben bei Ihrem Bademantelvertrieb, den Sie früher aufgemacht haben, nachdem Sie ein Riesenfan von Olli Dittrich und seiner Sendung Dittsche sind, wo er in dem schrecklichem Bademantel im Hamburger Imbiss ein Bierchen nach dem anderen zischt.

Thoma Mühlnickel: Wobei seiner ist alt und eklig. Meiner ist schön und neu.

Jauch: Ja, darf ich einmal sehen? Das ist einer von diesen Teilen?

Thomas überreicht Günther Jauch den mitgebrachten Bademantel.

Mühlnickel: Ja, genau.

Jauch: Großartig.

Günther Jauch zieht den Bademantel über.

Jauch: Vom Stoff her sehr anschmiegsam, aber das Design ist natürlich gruselig.

Mühlnickel: Ja, ich habe nie gesagt, dass der schön ist, oder?

Jauch: Rentner finden den sicher super.

Mühlnickel: Ja, Rentner finden ihn sicher super.

Jauch: Ich nimm’mal Platz, ich lass’ den mal an.

Beide setzen sich wieder.

Jauch: Super! Was kost’der? Oder was hat der gekostet?

Mühlnickel: 79, 95 mit Versand.

Jauch: Ah, und in der Türkei geschnitzt worden. Und Sie haben denen mit Absicht diese grässlichen Vorgaben gemacht? Oder die machen das von Haus aus so?

Mühlnickel: Die machen das regelmäßig so.

Jauch: Und irgendwann hat es sich nicht mehr gelohnt?

Mühlnickel: Ich hatte im Job mehr zu tun. Und ich möchte nächstes Jahr nochmal in die USA gehen – wahrscheinlich – noch ein Studium machen. Und ich möchte dann nicht mehr mit einer so großen Lagermenge stehen bleiben. Und hab’ mir deshalb gesagt, dass ich die letzte Lagermenge jetzt verkaufe und dann war’s ne schöne Erfahrung im Studium.

Günther Jauch fuchtelt am Kragen von dem Bademantel herum.

Jauch: Ich hab’ hier mein Mikrofon, das muss ich irgendwie retten.

Mühlnickel: Aber ohne auf Ihr Alter anzuspielen – das steht Ihnen sehr gut.

Günther Jauch schmunzelt. Publikum lacht und applaudiert.

Jauch: Ich hätte ja kein Problem in Rente zu gehen – so lange ich Ihren Bademantel dann nicht tragen muss. Aber ich muss schon sagen, man wird gleich ’ne Ecke träger, wenn man hier so sitzt.

Günther Jauch leitet zum Spiel über. Kandidat hat keine Joker mehr übrig und befindet sich bei der 32000-Euro-Frage.

Frage: Wer gehört zur einheimischen Vogelfauna?

A: Ziegenmelker (richtige Antwort)

B: Schafscherer

C: Hühnerrupfer

D: Eselreiter (getippte, falsche Antwort von Thomas)

Jauch: Das heißt für Sie ist es so auf 16 000 Euro gekommen. So, was mich jetzt nur noch interessiert: was Sie denn damit machen?

Mühlnickel: Ich werde mir ein neues Schlafsofa kaufen. Ich bin gerade umgezogen und in meiner alten Wohnung hat es leicht geschimmelt und deshalb brauche ich unbedingt ein neues Sofa.

Jauch: Das heißt bisher – also Ihre Freundin?

Mühlnickel: Also wir haben schon ein Bett, ein Doppelbett. Das ist gut für uns beide.

Jauch: Unverschimmelt, auch?

Mühlnickel: Unverschimmelt.

Jauch: Sehr schön.

Mühlnickel: Ist brüchig, aber unverschimmelt.

Jauch: Und das Schlafsofa ist, wenn mal Gäste kommen, die man nicht unbedingt …

Mühlnickel: Genau! Das alte Sofa möchte ich keinem mehr antun, deshalb muss es ein neues Sofa geben.  Aber ich denke, ich habe danach noch ein bisschen Geld übrig – hoffentlich!

Jauch: Gut, dann machen wir das so. Dann fühle ich mich verpflichtet eines der letzten Exemplare selbstverständlich wieder zurückzugeben. Es war sehr schön, dass heute mal in der Sendung tragen zu dürfen. Ihnen gratuliere ich zu 16000 Euro und einer Superidee. Alles Gute und auf Wiedersehen.

Philosophie am Grill

Dittsche© WDR/Mathias BothorOlli Dittrich als Dittsche

Der Bademantel ist das ultimative Dittsche-Utensil in der gleichnamigen Comedy-Sendung im WDR. Darin philosophiert Olli Dittrich bei stets perlendem Bier in der Eppendorfer Grillstation über Gott und die Welt und trägt den immer gleichen Bademantel. Für Olli Dittrich ein Symbol für die soziale Randlage der Figur und ihre verschrobene Sicht auf die Welt, die sich Dittsche aus Schlagzeilen zusammenzimmert. Er vergleicht sich allerdings mit dem eleganten Schauspieler David Niven (Getrennt von Tisch und Bett), denn: „Der hat doch immer einen Bademantel angehabt.“

lay (tz)

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