München - Nach dem vorangegangenen Wirbel um tote Rehe am Münchner Nationaltheater, wurde jetzt bei der Premiere am Samstag Martin Kusejs Inszenierung von Dvoráks Märchenoper „Rusalka“ bejubelt.

© Winfried Rabanus
Eine Nixe will Mensch werden: Krístine Opolaís hat als unglückliche Rusalka ein glanzvolles Debüt an der Staatsoper.
Rauschender kann ein Debüt nicht sein als das der bildschönen 31-jährigen Krístine Opolaís in der Titelrolle. Sie bringt alles, aber auch alles mit: eine blendend geführte Stimme, die vom zartesten Schmelz bis ins Jugendlich-Dramatische à la Verdi aufdrehen kann, Spieltalent und Intelligenz - sonst wäre eine so durchgeformte Rollendarstellung nicht möglich. Das Fremde, Unbehauste in der Menschenwelt stellt sie schon allein durch ihren Körper, durch die wie verkehrt eingehängten Beine in den hohen roten Pumps heraus. Ihre verzweifelt staksigen Tanzschritte, der Rückfall in Schwimmbewegungen mit den Armen, der „sprechende“ Gesichtsausdruck bei einer zur Stummheit Verurteilten - die Opolaís bezaubert und rührt. Der Beifall krachte nur so auf sie herunter, was wiederum sie zu Tränen rührte.
Die Sache mit dem Reh hat sich erledigt. Ein Teil des Publikums fühlte sich bemüßigt, Martin Ku(s)ej doch noch einen Denkzettel zu präsentieren - er nahm ihn mit offenen Armen entgegen. Der Rest war Jubel.
Beate Kayser
Nächste Vorstellungen: 26., 28., 31. 10., 4. 11., Karten unter der Telefonnummer 089/ 21 85 19 03.



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