München - Locker-Leichtes aus vergangenen Zeiten: Roxette hat am Dienstag den Deutschlandauftakt seiner Tournee in der Münchner Olympiahalle gegeben. Die Konzertkritik:

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Eingängige Songs, perfekt zum Dahinschmelzen oder Mitrocken: Marie Fredriksson und Per Gessle.
Sie hatten es leicht, trotz der nicht ausverkauften Münchner Olympiahalle. Denn die Pop-Hits par excellence von Per Gessle und Marie Fredriksson alias Roxette ziehen einfach immer, da spielt selbst das Jahrzehnt keine Rolle. Und ganz nebenbei funktionierte auch ihr Patentrezept: Die „Rampensau“ spielen darf jeder mal, auch den Backgroundsänger. Einen Mitleidsbonus wegen Fredrikssons gut überstandener Krebserkrankung haben Roxette da gar nicht nötig – was das Publikum aber offenbar auch nicht im Sinn hatte.
Ob Roxette über das Verlassenwerden oder über die Liebe schlechthin singen: Immer sind es diese locker-leichten, eingängigen Songs. Perfekt zum Dahinschmelzen, perfekt zum Mitrocken. Letzteres dann aber bitte in gepflegter Retro-Manier, verkaufte doch das schwedische Duo in den Achtziger- und Neunzigerjahren die meisten ihrer rund 70 Millionen Platten. Doch zum Mitgrölen brauchen die Zuhörer anfangs Eingewöhnungszeit, später am Abend reicht ein Takt der Hits, und Fredriksson hätte sich quasi arbeitslos melden können. Diese Pausen tun ihr gut. Ihre Stimme ist zwar kraftvoll, klingt während der 21 Lieder wie auf den CDs. Ohne Pause, ohne Ansagen hetzt sie durchs Programm. Für die nachfolgenden Tour-Konzerte braucht sie offenbar keine Schonung. Doch so tragfähig ihre Stimme auch ist, die Superschlanke mit dem Stiftenkopf wirkt oft geschwächt. Da ist dann Gessle gefragt. Er muss übernehmen, während sie sich aus aus dem Scheinwerferlicht zurückzieht und entspannt. Dann stachelt er gerne Gitarren-Kollege Christoffer Lundquist und Keyboarder Clarence Öfwerman zu immer größerer Rasanz an – um sich am Ende in guter Regelmäßigkeit von einem der beiden die Show stehlen zu lassen.
Angelika Mayr
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