Über alle Zweifel längst erhaben: Hollywood-Legende Clint Eastwood gibt den Fremdenfeind

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Der erste Lack ist noch lange nicht ab: Clint Eastwood als ehemaliger Korea-Kämpfer Walt Kowalski.
Ein Knurren sagt mehr als tausend Worte. Wenn solch ein tiefer, gutturaler Laut aus seiner Kehle kommt, ist höchste Vorsicht geboten bei Walt Kowalski. Missmutig und leicht reizbar ist der alte Mann. Unfreundlich verbellt er die eigenen Söhne auf der Trauerfeier seiner verstorbenen Frau. Ähnlich übellaunig geriert er sich im Kreise der Nachbarschaft.
Ohne Rücksicht auf Verluste sagen Eastwoods Helden ihre Meinung. Das kommt in „Gran Torino“ mitunter etwas schlicht, aber immer sehr einleuchtend daher. Den Mut, sich als Ausländerfeind zu stilisieren, hätte außer dem über alle Zweifel längst erhabenen Eastwood vermutlich kein Kollege aufgebracht. Trotzdem sind gerade diese fremdenfeindlichen Schimpftiraden besonders geschickt in die Handlung integriert. Seinen italienischen Friseur belegt Walt nämlich mit ähnlichen Vokabeln wie den jungen Thao. Doch hier ist es nicht despektierlich sondern freundschaftlich-raubeinig gemeint.
Durch solche Kunstgriffe erhält die Figur des unfreundlichen alten Mannes eine gewisse Komplexität. Und wenn Walt und Thao andächtig nebeneinander vor dem blank gewienerten Ford Gran Torino in der Garage stehen, klingt Walts herablassender Spitzname für den Jungen so sanft wie ein Kosewort. (In München: Mathäser, Cinemaxx, Münchner Freiheit, Sendlinger Tor, Atlantis OV, Cinema OV.)
von Ulrike Frick
mit Clint Eastwood, Cory Hardrict
Regie: Clint Eastwood
Sehenswert ****



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