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"Zimmer frei": Sonneborn darf nicht auf Sendung

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009.10.09|Fernsehen|Fernsehen|
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Artikel: "Zimmer frei": Sonneborn darf nicht auf Sendung

Vor der 500. Sendung von „Zimmer frei“ hat der Westdeutsche Rundfunk (WDR) eine Folge der Reihe mit Satiriker Martin Sonneborn als Gast gestrichen.

© dpa

Martin Sonneborn - beim WDR darf er nicht auf Sendung.

„Die Sendung ging einfach nicht. Es hat hinten und vorne nicht funktioniert, es war einfach nicht lustig“, sagte WDR-Sprecherin Kristina Bausch am Donnerstag. Der frühere Chefredakteur des Satireblatts „Titanic“ sei – entgegen der Absprache – in seiner Rolle als Vorsitzender der Gruppierung „Die Partei“ gekommen. Dies sei zu flach und uninteressant gewesen.

In der eigentlich für den vergangenen Sonntag (um 22.15 Uhr im WDR-Fernsehen) geplanten Ausgabe hatte Sonneborn auch dazu aufgerufen, seinem Beispiel zu folgen und keine GEZ-Gebühren mehr zu zahlen. In der Folge, die bereits im Sommer aufgezeichnet worden war, bezeichnete der 44-Jährige den Moderator Johannes B. Kerner zudem als „überbezahlt“. WDR-Sprecherin Bausch betonte aber, im Gegensatz zu entsprechenden Medienberichten, dies sei keinesfalls Grund für das Streichen der Folge gewesen: „Wenn man den ehemaligen Chefredakteur der ,Titanic‘ einlädt, dann sicher nicht, um eine politisch korrekte Sendung zu machen.“

Sonneborn, von 2000 bis 2005 Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“, sagte, er wundere sich, dass eine WDR-Sprecherin beurteilen könne, was lustig sei und was nicht. „Ich begrüße das aber, denn es entlastet uns“, sagte er. „Ich staune auch darüber, dass es sich der WDR erlauben kann, für 250 000 Euro eine Fernsehsendung zu produzieren und dann für immer wegzuschließen.“

Der Journalist fügte an, mit seiner Partei nun künftig für die Abschaffung der Rundfunkgebühren einzutreten. Am kommenden Sonntag laden Christine Westermann und Götz Alsmann zum 500. Mal einen Prominenten ein, diesmal den Fernsehproduzenten und Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt.

Seit 13 Jahren testen die beiden Gastgeber, ob ihr Kandidat tauglich ist für ihre fiktive WG und einziehen darf. Sonneborn durfte nicht – Bausch zufolge auch eindeutig nach dem Geschmack des Studiopublikums. Sonneborn gründete im Jahr 2004 „Die Partei“, die sich nach eigenem Bekunden etwa für „Tierschutz und Eliteförderung“ einsetzt, satirisch den Wiederaufbau der innerdeutschen Mauer fordert – und zur Bundestagswahl im September nicht zugelassen wurde.

von Yuriko Wahl und Carsten Rave

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