München - Die Münchner stehen unter Schock: Nach der tödlichen Attacke von zwei jugendlichen Schlägern auf einen 50-Jährigen legen Trauernde Blumen, Briefe und Kerzen am Tatort nieder. Herzergreifende Szenen spielen sich am S-Bahnhof Solln ab:

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Ein Mädchen legt weiße Rosen auf den Bahnsteig. Tränen kullern über ihr Gesicht. Sie hält sich die Hände vor den Mund. Ihre Freundin hat den Arm um sie gelegt. Entsetzen, Trauer, Sprachlosigkeit. Seit die Nachricht von der tödlichen Prügelattacke auf Dominik B. (50) am Samstagabend bekannt wurde, kommen Menschen zum Tatort an der Wolfratshauser Straße in Solln. Ein Meer von Blumen liegt neben dem Wartehäuschen, wo Sebastian L. (17) und Markus S. (18) den Manager angriffen.
Auf Zetteln haben Trauernde ihre Gedanken festgehalten. Regentropfen plätschern auf ein in Plastikfolie gepacktes Blatt Papier. “Warum?„, hat jemand darauf geschrieben. “Wir können es nicht fassen.“ Und: „Wir vermissen Dich sehr. Gott sei mit Dir und Deiner Familie.“ Neben brennenden Grablichtern beten Menschen. Sie bekreuzigen sich und weinen.
Auf Zetteln am Bahnsteig rufen Münchner zu einer Mahnwache am heutigen Montagabend um 19 Uhr auf.
Lafleur wollte noch am Montag Haftbefehl gegen einen dritten Jugendlichen beantragen. Der 17-Jährige war nicht an dem tödlichen Überfall beteiligt, hatte aber die Sache möglicherweise angezettelt: Er soll am S-Bahnhof Donnersberger Brücke als erster zugeschlagen haben, um zusammen mit seinen Freunden von den vier Kindern Geld zu erpressen. Der 50-jährige hatte versucht, die Kinder zu schützen.
Er war bis zum S-Bahnhof Solln mitgefahren und dort mit ihnen ausgestiegen, um ihnen zu helfen. Wenige Minuten vor der Haltestelle hatte er aus der S-Bahn per Handy die Polizei alarmiert. Die drohende Eskalation sei aber nicht ersichtlich gewesen, der Mann habe nur von dem versuchten Raub berichtet, sagte Kraus.
Etwa zehn Minuten nach dem Anruf sei die Polizei am S-Bahnhof eingetroffen. Die Beamten konnten die Tat nicht mehr verhindern, aber die 17 und 18 Jahre alten mutmaßlichen Haupttäter sofort festnehmen. Gegen sie erging Haftbefehl wegen Mordes.
Alle drei Beschuldigten sind bereits mit dem Gesetz in Konflikt geraten, teils wegen Diebstahls, Körperverletzung oder räuberischer Erpressung. Der 18-Jährige hatte bereits drei Einträge, der später festgenommene 17-Jährige war zweimal verurteilt. Während die beiden mutmaßlichen Haupttäter zu der konkreten Tat schwiegen, habe er bei seiner Vernehmung eingeräumt, dass er von den 13 bis 15 Jahre alten Buben und Mädchen 15 Euro verlangt habe.
Außerdem habe er einen Schlag gegen einen Buben zugegeben. Nach Zeugenaussagen sollen es allerdings zwei Schläge gewesen sein, er soll auch nicht mit der flachen Hand, sondern mit der Faust zugeschlagen haben. Gegen ihn wird wegen gefährlicher Körperverletzung und räuberischer Erpressung ermittelt.
fro
Rubriklistenbild: © dpa
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