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Olympia 2022 in München ist Vergangenheit

Keine Hoffnung mehr auf Olympia 2022 in München

München - Die Hoffnungen Münchens auf die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2022 sind praktisch auf dem Nullpunkt angelangt.

© dpa

Nachdem München bereits eine Niederlage im rennen um Olympia 2018 einstecken musste, gibt es auch kaum Hoffnungen auf die Winterspiele im Jahr 2020.

Der Beschluss gegen München 2022 war noch gar nicht gefasst, da startete Klaus Wowereit bereits seine Charmeoffensive für Olympische Sommerspiele in Berlin. Mit einer launigen Ansprache untermauerte der Regierende Bürgermeister auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) das Interesse der Hauptstadt und legte damit seinen selbst verpassten Maulkorb ab. Noch vor wenigen Monaten war der 58 Jahre alte SPD-Politiker mit einem später als „substanzlos und unseriös“ bezeichneten Vorstoß bei DOSB-Präsident Thomas Bach kräftig aufgelaufen.

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„Wir wären bereit“, sagte Wowereit, und man hatte fast den Eindruck, als sei das erst vor wenigen Tagen im Amt bestätigte Berliner Oberhaupt immer noch im Wahlkampf. Trotz des hohen Schuldenstands der Hauptstadt bot Wowereit Partnerschaften für Fachverbände bei der Ausrichtung von „herausragenden Wettbewerben“ an, er sicherte die weitere kostenfreie Nutzung von Sportstätten für Vereine zu und versprach, „alles zu tun, um Förderungen und Erträge für den Sport nicht zu schmälern“. Eigentlich fehlten nur noch offizielle Berlin-Plakate.

Wie realistisch das alles ist, bleibt abzuwarten, auch wenn Bach den Vorstoß diesmal nicht abbügelte. „Sobald der DOSB über Sommerspiele nachdenkt, werden wir sicher auf Berlin zukommen“, sagte er. Höflich. Und ohne zu konkretisieren, ob es ein „sobald“ überhaupt geben wird. Zumindest schaffte Wowereit aber eins: Er brachte das eigentlich sportpolitisch tote Thema Sommerspiele wieder ins Gespräch.

Doch einer Bewerbung stehen hohe Hürden im Weg. München 2018 hatte einen Etat von 33 Millionen - und konnte ihn nicht wie geplant ausschließlich über die Privatwirtschaft finanzieren. Für eine Bewerbung um Sommerspiele müssten mindestens 100 Millionen Euro eingeplant werden - bei der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Hauptstadt fast unmöglich. Zudem ist ein solches Mammutprojekt kurzfristig wohl nicht umsetzbar. Selbst „Berlin 2028“ scheint unrealistisch.

Fast genauso unrealistisch erscheint seit Samstag eine erneute Bewerbung Münchens um Winterspiele. Mit überwältigender Mehrheit folgte die Versammlung einer Beschlussvorlage des DOSB-Präsidiums, „zum jetzigen Zeitpunkt“ von einer Bewerbung abzusehen. „Jetzt ist nicht der richtige Augenblick, den Hut in den Ring zu werfen. Es gibt zu viele Unabwägbarkeiten“, sagte DOSB-Generalsekretär Michael Vesper. Dabei hatte es in München bereits erste Gespräche zur Gründung einer Art Lobby-Gruppe gegeben, die eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 zumindest nicht aus den Augen verlieren wollte.

Vielleicht hat man auch nur aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, als München seine Bewerbung für 2018 früh bekannt gab und dann später feststellte, dass sich das südkoreanischen Pyeongchang nach zwei gescheiterten Versuchen ein drittes Mal bewarb. Danach hatte München selbst mit Frontfrau Katarina Witt und einer starken Bewerbung keine Chance mehr, die sportpolitisch ungleich bessere Ausgangslage des Konkurrenten zu übertrumpfen.

Ein Handicap ist die politische Großwetterlage. Wenn im Herbst 2013 der Beschluss zur Bewerbung für 2022 gefasst werden müsste, stehen wichtige Entscheidungen an: Bayern wählt einen neuen Ministerpräsidenten, Deutschland den neuen Bundestag. Zugleich läuft der Wahlkampf für die Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2014 in München. Der bisherige Oberbürgermeister Christian Ude, treibende Kraft hinter „München 2018“, kann dann als Stadtoberhaupt nicht mehr gewählt werden. Er will Ministerpräsident werden.

Zusätzlich könnte eine weitere deutsche Bewerbung die bisher noch nicht öffentlich geäußerten Ambitionen Bachs auf das Präsidenten-Amt im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) schmälern. Auch dort steht im September 2013 die Wahl an. Noch negiert IOC-Vizepräsident Bach eigene Ambitionen auf die Nachfolge von Jacques Rogge, doch Rogge selbst hat den Fecht-Olympiasieger von 1976 bereits als Kandidaten ins Gespräch gebracht: „Thomas Bach hat alle Qualitäten, die ein Präsident braucht.“

sid

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