München - Der Ökumenische Kirchentag beginnt am Mittwoch mit Verkehrssperrungen und einem Straßenfest der Superlative.

Prinzregentenstraße und Altstadtring-Tunnel im Norden, Paul-Heyse-Straße im Westen, Kapuziner- und Auenstraße im Süden sowie Stern- und Oettingenstraße im Osten markieren die Sperrzone, in die nur Anlieger fahren dürfen (siehe Grafik). Die Zufahrt zu den Tiefgaragen in der Altstadt soll ebenfalls möglich sein – allerdings nur durch wenige Furten. Auf dem nördlichen Teil des Altstadtrings sowie auf der Herzog-Wilhelm-Straße gilt bereits ab 7 Uhr morgens ein Parkverbot. Hier wollen Gäste und Gastgeber ab 18.30 Uhr den großen „Abend der Begegnung“ feiern. Auf allen Fest-Flächen gilt ebenfalls ab 7 Uhr morgens ein Halteverbot, ab 11 Uhr wird der Verkehr dort ausgesperrt. Die Sperrungen dauern bis Donnerstag, 5 Uhr morgens.
In der Altstadt werden an mehreren Stellen Einbahnregelungen eingeführt oder verändert, um den Verkehr bestmöglich leiten zu können. Dennoch, so die Polizei, kann es sein, dass einzelne Straßen am Abend vorübergehend gesperrt werden.
Eine weitere Sperrung betrifft Schwanthaler- und Landwehrstraße. Ab 12 Uhr gilt hier ein Halteverbot, um 17.30 Uhr werden beide Straßen für bis zu drei Stunden gesperrt. Hier werden die Teilnehmer des zentralen Eröffnungsgottesdienstes von der Theresienwiese in die Innenstadt ziehen. Autos werden währenddessen über Lindwurm- und Poccistraße, Theresienhöhe, Hackerbrücke und Arnulfstraße umgeleitet.
Der Kirchentag beginnt zeitgleich auf Theresienwiese, Marienplatz und Odeonsplatz: Ab 16.30 Uhr stimmen sich die Gläubigen hier auf die öffentlichen Eröffnungsgottesdienste ein, die um 17.30 Uhr beginnen. Zur Hauptveranstaltung auf der Theresienwiese werden rund 70 000 Teilnehmer erwartet. Hier predigen Landesbischof Johannes Friedrich, und Erzbischof Reinhard Marx. Die beiden Kirchentagspräsidenten Alois Glück und Eckhard Nagel eröffnen das Christentreffen. Auf dem Marienplatz predigt der Braunschweiger Landesbischof Friedrich Weber, auf dem Odeonsplatz der Bochumer Theologe Günter Ruddat.
Seit Tagen werfen die Veranstalter bange Blicke zum Himmel: Der Erfolg des „Abends der Begegnung“ steht und fällt mit dem Wetter. Wenn es trocken bleibt, könnten bis zu 400 000 Menschen in die Innenstadt strömen – fast wie vor zwei Jahren beim unvergessenen Altstadtringfest zum 850. Stadtgeburtstag. Ab 18.30 Uhr werden die Innenstadt und große Teile des Altstadtrings zur Feiermeile mit 195 Ständen, an denen Gruppen aus ganz Bayern kulinarische Schmankerl ihrer Region, Informationen und Mitmach-Angebote präsentieren. Auf 14 Bühnen gibt es Musik. Folgende Schwerpunkte findet man auf der Festmeile:
1) Odeonsplatz: Musikbühne mit Claudia Korek, dem Rock- und Pop-Duo „Sternblut“ aus dem Allgäu und dem Gitarristen Matthias Kellner.
2) Karl-Scharnagl-/Franz-Josef-Strauß-Ring: Oberfranken präsentiert sich als „Genussregion“. Auf der Bühne (20 bis 20.30 Uhr): Wise Guys.
3) Karl-Scharnagl-Ring: Unterfranken serviert Wein und die Faschingsgesellschaft „Schwarze Elf“.
5,6) Isartor – Marienplatz: Oberbayern serviert Leberkäs, Blasmusik und Umweltschutz.
7) Sendlinger Tor: Schwaben verwöhnt mit Zwetschgendatschi und Kässpatzen.
8) Herzog-Wilhelm-Straße: Die Bühne der fremdsprachigen Missionen. Speisen und Kultur u. a. aus Bolivien und Indonesien.
9,10) Stachus – Maximiliansplatz: Hier zeigt sich die „Weltstadt mit Herz“. Nördlich anschließend präsentieren sich die orthodoxen Kirchen.
11) Brienner Straße: Niederbayern und die Oberpfalz fahren Herzhaftes auf – zum Beispiel Erdäpfelkasbrot und „Rengschburger Knacker“.
12) Max-Joseph-Patz: Caritas und Diakonie servieren Schmankerl zum Musikantenstammtisch mit Josef Zapf.
13) Marienhof: Die Offene Behindertenarbeit will „mit Musik Grenzen überwinden“.
14) St. Jakobs-Platz: „Klassik meets Klezmer“ bei der Israelitischen Kultusgemeinde.
Drei Aussichtsplattformen in Bayern-typischer Berggestalt haben die Veranstalter aufgebaut: Den „Großen Arber“ auf dem Wittelsbacherplatz, die „Zugspitze“ am Stachus und die „Trettachspitze“ am Sendlinger Tor.
Zum Ausklang des Festes soll im Licht von 180 000 Kerzen ein vieltausendstimmiger Kanon rund um die Altstadt erklingen.
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