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LMU: Kampf um Masterplätze

München - Wie die "Reise nach Jerusalem" mutet der Kampf der Münchner Studenten um die begehrten Masterstudienplätze an. Denn für die neuen Studiengänge gibt es viel zu wenig Plätze.

© Klaus Haag

Reise nach Jerusalem um Studienplätze: Die Münchner Psychologie-Studenten machen auf ihre missliche Lage aufmerksam.

Der Bachelor als Sprungbrett in den Beruf – so war es bei der Einführung der neuen Studiengänge geplant. In manchen Fächern wie der Psychologie sehen die Studenten damit aber kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt – und Masterplätze gibt es viel zu wenige.

„Was sagt ein arbeitsloser Psychologe zu einem berufstätigen Psychologen? Einmal Pommes bitte!“ Diesen Witz erzählte LMU-Student Ben Brücklmeier am Dienstag bei einer Kundgebung vor der Mensa. Dabei ist den angehenden Akademikern derzeit gar nicht zum lachen zumute.

„Ich habe einfach Angst, keinen Masterplatz zu bekommen“, sagt Lena Erne, die nächstes Jahr ihren Bachelor-Abschluss macht. Das Problem: Bei den Psychologen an der LMU gibt es viel weniger Masterplätze als ursprünglich geplant. 140 Bachelor-Absolventen wird es dieses Sommersemester geben, ein Großteil von ihnen dürfte einen Master anstreben. Hinzu werden Bewerber von anderen Universitäten kommen – und sich um die gerade einmal 54 Masterplätze balgen, die für das Wintersemester vorgesehen sind.

Diese Situation nahmen die Studenten am Dienstag satirisch auf und spielten die „Reise nach Jerusalem“ um die raren Plätze. „Es geht um eure Zukunft!“, rief Ben Brücklmeier, „es ist erlaubt, zu kratzen, zu schubsen und zu beißen!“ Unisono berichten die Studenten vom großen Konkurrenzdruck. „Es sind so wenige Masterplätze, und die meisten wollen in München bleiben“, sagt Lena.

Eigentlich soll der Bachelor für den Beruf qualifizieren. Die Psychologen können ohne Master aber gar keine Therapeutenausbildung machen. Und das will trotz abnehmender Tendenz immer noch die Mehrheit der angehenden Psychologen.

Ursprünglich seien 90 neue Master-Plätze pro Wintersemester vorgesehen gewesen, sagt Felix Brodbeck, der Department-Leiter für Psychologie. „Es ist fachlich geboten, dass die Bachelor-Studenten auch einen Master machen können.“ Von der Zahl 54, die von der Universität vorgegeben wurde, sei man „genauso überrascht gewesen wie die Studenten“. Die Anzahl der Bachelor-Studenten werde in Absprache zwischen Universität und Ministerium festgelegt. Offensichtlich reichen jetzt die Kapazitäten nicht aus, um entsprechend viele Master-Plätze anzubieten.

Zu den Auswahlverfahren macht die Uni den einzelnen Fächern keine Vorschriften. Oliver Jahraus, der an der LMU die Einführung von Bachelor und Master koordiniert, sagt aber: „Es sollte die Regel gelten: Wer kann und will, der darf auch.“

Dem ist bei den Psychologen nicht so. Als Lösung für das aktuelle Dilemma sieht Felix Brodbeck zwei Möglichkeiten: weniger Bachelor-Studenten starten zu lassen oder mehr Personal einzustellen. Den aktuellen Bachelor-Absolventen bringt das wohl nichts mehr, auch wenn Brodbeck sagt, dass möglicherweise noch einige Master-Studienplätze hinzukommen. Durch ein Auswahlverfahren, in dem neben der Note etwa Auslandserfahrung angerechnet wird, soll jetzt ausgesiebt werden.

Auswählen müssen auch andere Fächer, für die Studenten ist das dort aber häufig keine große Hürde. So stehen in der Physik 200 Zulassungen nur 20 Ablehnungen gegenüber, wie Professor Bernhard Emmer berichtet. „Man hat sehr gute Chancen, übernommen zu werden.“ Auch er hat aber unter den Studenten eine gewisse Unruhe festgestellt. Denn: „Es gibt so gut wie keinen Arbeitsmarkt für Bachelor-Physiker.“

Dass es den auch für Psychologen nicht gibt, treibt die Demonstranten um. „Ich habe keinen Plan B“, sagt Studentin Eva Löser, „wenn ich nicht genommen werde, versuche ich, in einem Wohnheim für Essgestörte zu jobben.“ Das aber, sagt die angehende Bachelor-Psychologin, hätte sie auch ganz ohne Abschluss machen können.

Felix Müller

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