808.03.10|München|München|35
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München - Die Landtagsgrünen haben Vorwürfe gegen den Bayerischen Rundfunk (BR) erhoben, der bei der Wiederholung des Starkbieranstichs die Rede des “Bruder Barnabas“ nicht in vollem Umfang ausgestrahlt hatte.

© dpa
Die Rede von "Bruder Barnabas" beim diesjährigen Politikerderblecken am Nockherberg schlägt weiter Wellen.
Umstrittene Passagen seien nach dem öffentlichen Wirbel um die jüngste Salvatorrede von Schauspieler Michael Lerchenberg und dessen Rücktritt als Fastenprediger am Freitagabend “einfach ohne weiteren Hinweis für die Zuschauer herausgeschnitten“ worden. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Margarete Bause, und Rundfunkratsmitglied Ludwig Hartmann beklagten am Sonntag in München laut Mitteilung: “Das ist eine Form politischer Zensur, die in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehen einfach nicht stattfinden darf.“
Ein BR-Sprecher wies die Kritik zurück. Die Wiederholung des zweieinhalbstündigen Live-Materials habe auf zwei Stunden gekürzt werden müssen. Deshalb habe sich der Sender “aus übergeordneten Gründen“ entschieden, “auf die inkriminierten Passagen zu verzichten“. Im übrigen sei die Sendung erst am Tag der Ausstrahlung fertig geschnitten worden, so dass gar keine Zeit geblieben sei, “die Öffentlichkeit über einzelne Schnitte zu informieren“.
Nach dem Willen der Grünen soll der Umgang des Fernsehens mit der Nockherberg-Wiederholung nun ein Nachspiel im Rundfunkrat haben. Der BR habe nicht nur den KZ-Vergleich herausgeschnitten, der letztlich Stein des Anstoßes und Grund für Lerchenbergs Rückzug vom Nockherberg gewesen sei. “Das Bayerische Fernsehen hat die Zensurschere weiter wüten lassen und quasi im vorauseilenden Gehorsam gleich auch noch Lerchenbergs Kritik an der bayerischen Polizei eliminiert“, kritisierten die Grünen. Diese Passage hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) empört, “der pikanterweise auch Vertreter der Staatsregierung im Rundfunkrat ist“, hieß es weiter.
Bause sagte: “Es kann nicht angehen, dass den Zuschauern die umstrittenen Stellen vorenthalten werden und im Windschatten der Kritik an Lerchenbergs KZ-Vergleich auch gleich weitere für die Staatsregierung unliebsame Textteile zensiert werden.“
dpa
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