011.04.10|München|München|
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München - Der Abbruch der Grabbe-Brücke schreckte zwar auf Grund der Lautstärke so manchen Anwohner auf, verlief aber nach Plan.

© Kurzi
Die Bagger rückten am Samstag an der Brücke über dem Mittleren Ring an der Heckenstallerstraße an und machten das Bauwerk dem Erdboden gleich. Deshalb musste Münchens Hauptverkehrsader gesperrt werden. Auch wenn es zu Stauungen kam, blieb das befürchtete Chaos aus.
Hydraulikmeißel hämmern in der Nacht. Dann ein Krachen und eine riesige Staubwolke, gespenstisch beleuchtet von dutzenden Baustrahlern. Gegen 22.30 Uhr fällt die Grabbe-Fußgängerbrücke über der Heckenstallerstraße in sich zusammen.
Im Rahmen der Arbeiten am Tunnel unter dem Luise-Kiesselbach-Platz musste die Brücke aus bautechnischen Gründen weichen. „Und dabei lief alles nach Plan“, freute sich Robert Bauer, Projekteiter der zuständigen Arbeitsgemeinschaft, am Sonntagmorgen. Nach der Sperrung der Heckenstallerstraße gegen 18 Uhr wurde zuerst ein sogenannter Kieskoffer auf den Teer aufgebracht. „So wird die Straße während der Bauarbeiten geschützt“, erklärt der Experte. Um 20 Uhr rückten die Bagger mit Hydraulikmeißeln und Abbruchzangen an: „Die haben die Brücke an verschiedenen Stellen geschwächt, bis sie dann gegen halb elf in vorher genau festgelegten Stücken zusammengefallen ist.“
Im Anschluss wurden die großen Schuttplatten zerkleinert und abtransportiert. „Dabei ging es natürlich ziemlich laut zu“, gibt Bauer zu. „Aber unter den Anwohnern herrschte eine recht positive Stimmung – viele fanden das schwere Baugerät und die Atmosphäre mit der Beleuchtung recht spektakulär und haben zugeschaut.“ Zu den Betroffenen gehört auch Markus Doberstein, der direkt an der ehemaligen Brücke wohnt. „Wir nehmen das mit Humor“, erklärt er, während er nachts um halb zwei mit einem Bekannten den Bauarbeiten zusieht, und scherzt: „Ich freu mich sogar, dass die Brücke wegkommt: Endlich kann ich im Garten sitzen, ohne das von oben jemand reinschaut“.
Während am Sonntag noch die Widerlager der Brücke, also die unterirdischen Betonfundamente, entfernt werden mussten, ist Projektleiter Robert Bauer optimistisch gestimmt: „Wir werden die Bauzeit einhalten. Montagfrüh zwischen vier und fünf kann die Sperrung der Heckenstallerstraße aufgehoben werden.“ Auch Stefan Bauer vom KVR war zuversichtlich, dass der erste MVG-Bus am Montag um 4.30 Uhr bereits wieder auf dem Ring fahren kann. Die ganze Maßnahme sei ohne Zwischenfälle abgelaufen, sogar das Wetter spielte mit: „Es gab kaum Ausflugsverkehr, vom Ferienende wäre die Heckenstallerstraße ohnehin nicht betroffen gewesen.“ Die einzigen Staus hätten sich auf Zustände wie im normalen Berufsverkehr beschränkt.
Diana Millgramm
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