München - Hätte er es nur ein wenig eiliger gemacht, auf schnelle Hilfe bestanden – er könnte noch am Leben sein.

© Haag
Trauernde legen Blumen am Tatort nieder.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Die vier Kinder mussten hilflos mitansehen, wie ihr Retter vor ihren Augen zusammengeschlagen wurde. Als die Polizei eintraf, flohen die Täter über die Gleise. Ihre Flucht endete 80 Meter weiter an einem quer durchs Gebüsch gezogenen Zaun. Sie sitzen jetzt wegen Mordes in U-Haft. Gegen ihren ebenfalls festgenommen Freund Christoph T. (17) beantragte Staatsanwalt Laurent Lafleur Haftbefehl wegen versuchter räuberischer Erpressung. Am Montagabend erging schließlich der Haftbefehl gegen Christoph T. wegen versuchter räuberischer Erpressung, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.
Zumindest er soll auch im Internet gegen die Polizei gehetzt haben. Laut “Bild“-Zeitung vom Montag soll der zuletzt festgenommene 17-Jährige nach der Festnahme seiner beiden Freunde in einem Internetbeitrag geschrieben haben: “Schießt alle Bullen tot. ..“ Er und der andere 17-Jährige waren seit einigen Monaten in einer Einrichtung für suchtkranke Jugendliche untergebracht. Sie galten als schwierig, wie der Vize-Vorsitzende der Suchthilfeeinrichtung Condrobs, der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Pfaffmann, sagte.
Mehrere Zeugen des Überfalls hätten sich inzwischen bei der Polizei gemeldet, sagte Kraus. Sie sollten im Laufe der Woche vernommen werden. Besonders gesucht werde eine etwa 60 Jahre alte Frau, die bereits an der S-Bahn-Haltestelle Donnersberger Brücke zu schlichten versuchte, als der 17-Jährige erstmals von den Kindern Geld verlangte.
Nach der tödlichen Attacke junger Männer in einer Münchner S-Bahn hat Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) den den Eltern des Opfers kondoliert. “Mit Entsetzen, Wut und Trauer stehen wir alle fassungslos dem Gewaltakt gegenüber, mit dem zwei Jugendliche am Samstagnachmittag am S-Bahnhof Solln Ihren Sohn getötet haben, nachdem er einer Gruppe Kinder geholfen hatte, die von eben diesen Jugendlichen bedrängt wurden“, schrieb Ude nach Angaben der Stadtverwaltung am Montag an die Eltern. “Es ist besonders bitter, dass Ihr Sohn seine Hilfsbereitschaft und Zivilcourage dabei mit seinem Leben bezahlen musste.“
Die Stadt würde gerne in einer Trauerveranstaltung das mutige Vorgehen des 50-Jährigen würdigen - aber nur, wenn dies auch im Sinne der Eltern sei, schrieb Ude. Aus vielen Zuschriften und E-Mails wisse er, dass es in der Bevölkerung ein starkes Bedürfnis gebe, die Trauer um den 50-Jährigen, aber auch den Dank für sein beherztes Eingreifen in einer solchen Trauerveranstaltung zum Ausdruck zu bringen.
dop.
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