München - Nachg’schenkt is auf dem Nockherberg: Kabarettist Helmut Schleich, der beim Singspiel als Franz Josef Strauß brilliert hat, stellt sich vor Michael Lerchenberg und attackiert die Kritiker.

© dpa
Helmut Schleich stärkt Michael Lerchenberg den Rücken
Natürlich sei der KZ-Vergleich in seiner Barnabas-Fastenpredigt nicht glücklich gewesen. „Aber wo kommen wir denn hin, wenn Politiker versuchen, eine Drohkulisse aufzubauen, damit sie nicht mehr so hart debleckt werden!“
„Das ist ein Verhandlungsangebot“, sagte Schleich der tz. „Es wäre nicht richtig, eine Veranstaltung mit so einer enormen politischen Resonanz zu boykottieren. Aber wir Kabarettisten müssen den Politikern klar machen, dass es so nicht geht.“
Wirte-„Napoleon“ Richard Süßmeier blieb am Montag bei der Starkbierprobe im Augustinerkeller, bei der er traditionell als „Bedienung Maria“ derbleckt, auf der sicheren Seite: „Meine Rede ist nicht besonders politisch. Ich bin kein Kabarettist, ich bin Wirt. Und als Wirt will ich ja, dass meine Gäste wiederkommen“, sagte er mit Blick auf die beleidigte Polit-Prominenz. Lerchenbergs Rede fand Süßmeier „sehr anspruchsvoll und sehr streng“. Aber auf dem Nockherberg wollen die Leute unterhalten werden – und das sei Lerchenberg mit seiner Fastenpredigt heuer nicht gelungen.
„Jeder Barnabas-Nachfolger muss wissen, in welches Haifischbecken er springt“, findet Schleich. „Man steht unter strengster Beobachtung. Ist die Rede zu nett, macht man sich bei der Bevölkerung zum Narren, ist sie zu scharf, gehen die Mächtigen auf einen los.
Simone Herzner
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