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München: Schweizer Schlägern vom Sendlinger Tor drohen harte Strafen

Schweizer Schlägern drohen harte Strafen

München - Gegen die Schweizer Schläger vom Sendlinger Tor hat die Staatsanwaltschaft München jetzt Anklage erhoben wegen Mordversuchs und gefährlicher Körperverletzung.

© Archiv

Am Sendlinger-Tor-Platz prügelten Anfang Juli die 16-jährigen Schweizer Schüler Mike B. (links) und Ivan Z. (rechts) wahllos um sich. Ein 46-Jähriger Geschäftsmann wurde schwer verletzt. Jetzt hat die Justiz die Anklage fertig.

Die drei zur Tatzeit erst 16-jährigen Schüler haben Ende Juni aus purer Lust am Gewaltrausch einem Geschäftsmann das Gesicht zerschlagen und gestiefelt, einen behinderten Mazedonier gegen den Kopf getreten und drei weitere Männer verletzt.

Für die Ermittler war das Verbrechen „noch alarmierender“ als die Tat der beiden U-Bahnschläger an einem Rentner Ende 2007, als ein pensionierten Oberstudienrat lebensgefährlich verletzt wurde, weil er sich das Rauchen in der U-Bahn verbeten hatte. Die Schweizer Jugendlichen hatten nicht mal einen so banalen Grund für ihren Angriff. Sie wollten einfach „Leute klatschen“. Das Trio kommt nun vor das gleiche Gericht wie die U-Bahnschläger und muss mit einer harten Strafe rechnen.

So titelten damals die Schweizer Zeitungen

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  • So schockiert ist die Schweiz über den Schlägertrupp
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Zehn Jahre sind bisher die Höchststrafe nach Jugendrecht, die schwarz-gelbe Koalition strebt eine Erhöhung bei Mord auf 15 Jahre an. In der Schweiz drohen Jugendlichen höchstens vier Jahre Haft. Die drei Täter stammen aus geordneten Verhältnissen, zwei sind Schweizer Staatsbürger, einer hat einen slowenischen Pass. Sie besuchten eine Weiterbildungs- und Berufsschule bei Zürich und waren zur Tatzeit auf Klassenfahrt in München. Hier feierten sie im Nussbaumpark mit Alkohol und Marihuana, kamen ins Gespräch mit drei Mazedoniern und schlugen unvermittelt auf sie ein.

Ein paar hundert Meter weiter, direkt beim ADAC-Gebäude am Sendlinger-Tor-Platz, griffen sie dann einen 46-jährigen Geschäftsmann aus Ratingen (Nordrhein-Westfalen) an, fügten ihm zahlreiche Gesichtsbrüche zu. Letztes Opfer der Schweizer wurde auf dem Weg in ihre Unterkunft ein bulgarischer Student. Ein Augenzeuge konnte ihren Fluchtweg verfolgen, die Täter wurden in einer Jugendherberge an der Landwehrstraße gefunden. Seither sitzt das Trio in Untersuchungshaft. Alle drei sind bereits straffällig geworden, einer hat einen Raubversuch mit Körperverletzung begangen.

Der Gewaltexzess in München hat in der Heimat der Schläger Bestürzung ausgelöst. Die Polizei bekam viele E-Mails von Schweizern, die sich für ihre Landsleute entschuldigten. Ein Termin für den Prozess mit vielen Zeugen und Sachverständigen steht noch nicht fest, zunächst muss die Anklage geprüft und zugelassen werden.

Thomas Gerber

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