Freising - Gründungsmitglied der Spider Murphy Gang Franz Trojan ist am Tiefpunkt seines Lebens angekommen. Der Ex-Schlagzeuger lebt im Obdachlosenheim. Die tz besuchte ihn.

© A. Geier
Franz Trojan, der Ex-Schlagzeuger der Spider Murphy Gang, steht vor seinem Zimmer im Obdachlosenheim: „Ich muss wieder Boden unter die Füße bekommen“
Es riecht modrig. Schimmelflecken glänzen an den Wänden des langen Ganges, an den Holztüren blättert die Farbe ab. Nervös fährt sich Franz Trojan übers Gesicht. „Hier wohne ich nun,“ sagt der 53-Jährige. Dann deutet er auf eine weiße Tür mit seinem Namen. „Hier.“
Franz Trojan hat nicht einmal das Geld, um sich eine Schachtel Zigaretten zu kaufen. Auch wenn er Stein und Bein schwört, dass er die Kippen damals im Schlecker-Markt nicht mitgehen lassen wollte. „Das war nur ein Reflex, ein Einstecken.“ Wegen des Diebstahls stand er am Donnerstag vor Gericht. Plötzlich wurde bekannt, wie schlecht es dem ehemaligen Pop-Star geht (tz berichtete). Hartz-IV-Antrag, Notunterkunft. „Ich wollte nicht klauen. Ehrlich.“
Aus!? Nein, Trojan hat sich nicht aufgegeben. Noch nicht. Er ist ein Kämpfer. „Ich will hier raus“, sagt er immer wieder. „Ich muss irgendwie wieder Boden unter die Füße bekommen.“ Eine Anstellung als Schlagzeug-Lehrer, das würde ihm gefallen. „Das ist halt das, was ich kann.“ Einmal haben ihm seine alten Bandkollegen übrigens Geld angeboten, um etwas auszuhelfen. „Aber das wollte ich dann auch nicht. Irgendwie will ich es selber hinbekommen. Als erstes bräuchte ich halt mal eine Wohnung, damit ich aus diesem Dreck hier rauskomme.“ Franz Trojan blickt sich langsam um. „Du schaffst das“, flüstert ihm sein Freund Günther aus Neufahrn zu. Bei ihm kann Franz hin und wieder zu Mittagessen. „Sonst bekäme ich ja gar nichts Gutes in den Bauch.“
Für sein 12-Quadratmeter-Zimmer im Obdachlosenheim muss Franz im Monat 50 Euro zahlen. „Da ich nicht einmal diese Summe habe, habe ich eben jetzt Hartz-IV beantragen müssen.“ Der Antrag läuft noch. „Jetzt bete ich jeden Tag: Irgendwie kommst du hier raus, Franz.“
Armin Geier
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