027.11.07|Politik|Politik|
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München - Der rasante Anstieg der HIV-Neuinfektionen hat im Bundesgesundheitsministerium Bestürzung ausgelöst. Nach Angaben des Robert-Koch- Instituts in Berlin haben sich in diesem Jahr etwa 3000 Deutsche neu mit dem HIVirus infiziert.

2006 waren fast 400 Neuinfektionen weniger registriert worden. Auch in Bayern ist die Zahl der erfassten Neuinfektionen stark gestiegen. Etwa 420 Fälle wurden bis jetzt gemeldet, 13 Prozent mehr als 2006 (373 Fälle). Das ist der höchste Stand seit den frühen 90er-Jahren; 2001 hatten sich nur halb so viele angesteckt.
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zeigte sich beunruhigt und warnte vor einer um sich greifenden Sorglosigkeit: "Aids ist immer noch tödlich. Aids ist nicht heilbar." In Deutschland leben derzeit 59 000 HIV-Infizierte. Heuer wird mit 650 Todesfällen gerechnet. Als alarmierend stuft das Gesundheitsministerium den Umstand ein, dass 15 Prozent der Betroffenen erst mit dem Auftreten der ersten Aidssymptome von ihrer Krankheit erfahren; europaweit sind es sogar 50 Prozent, die ohne es zu wissen das Aids-Virus übertragen können.
Die Gefahr der Aids-Übertragungen ist bei Menschen, die ihre Erkrankung nicht kennen, mehr als 3,5 mal so hoch wie bei jenen, die über eine Diagnose verfügen. In Europa sind derzeit 2,4 Millionen Menschen infiziert, davon 800 000 in der EU. 300 000 Europäer starben in den vergangenen zehn Jahren an Aids, weil sie zu spät getestet wurden, hat eine Studie der Uni Kopenhagen herausgefunden, die gestern zur Eröffnung der Konferenz "HIV in Europe 2007" in Brüssel eröffnet wurde. (mm)

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