Superbanner

Altenpflege: Niederlage für Bayern

Altenpflege: Niederlage für Bayern

024.10.02|Politik|Politik|
Drucken|Empfehlen|Schrift   a  /  A||recommendbutton_count130

Schliessen

Druckvorschau

Artikel: Altenpflege: Niederlage für Bayern

- München - Das Urteil ist gefallen, Bayerns Verfassungsklage gegen das Pflegegesetz größtenteils abgewiesen: Der Bund darf die Ausbildung zum Altenpflegeberuf bundesweit einheitlich regeln, beschloss das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Bayern befürchtet nun Pflege-Engpässe, weil eine Ausbildung im Schnellgang künftig nicht mehr möglich ist.

<P>Wegen des Rechtstreits konnte das reformierte Altenpflegegesetz aus dem Jahr 2000 bis heute nicht in Kraft treten. Das Gericht vetritt in seinem Urteil die Meinung, eine einheitliche Ausbildung würde den Pflegeberuf insgesamt attraktiver machen. Dadurch könnte langfristig mehr qualifiziertes Personal gewonnen werden als bisher.<BR><BR>Die bayerische Landesregierung widersprach dieser These entschieden. Kultusministerin Monika Hohlmeier meint, das neue Gesetz werde im Freistaat massive Probleme im Pflegebetrieb verursachen: "Ich fürchte, dass künftig nicht mehr genügend qualifizierte Interessenten für die Ausbildung gefunden werden." Denn nur wenige würden die durch die bundesweite Regelung verlängerte Ausbildungszeit von drei Jahren akzeptieren, so Hohlmeier. Derzeit kann man den Beruf des Altenpflegers im Freistaat noch innerhalb von zwei Jahren erlernen. <BR><BR>Dass sich künftig bereits 16-Jährige zum Pfleger ausbilden lassen dürfen, sieht sie ebenfalls nicht als Fortschritt. Hohlmeier bezweifelt, dass "so junge Menschen den physischen und psychischen Belastungen dieser Tätigkeit gewachsen sind". <BR><BR>Positiv bewertete die Ministerin lediglich, dass durch das Urteil die Länderrechte gegenüber dem Bund prinzipiell gestärkt werden: Die Abgrenzung der Bund-Länder-Zuständigkeiten unterliegt jetzt völlig der Kontrolle des Bundesverfassungsgerichts. Wenn der Bund eingreift, muss er erhebliche Nachteile für das staatliche Interesse anführen - wie im Falle der Altenpflege. <BR><BR>Auch der bayerische Sozialstaatssekretär Georg Schmid (CSU) kritisiert die Entscheidung in Karlsruhe: Die neue Regelung berücksichtige "nicht die angespannte Personalsituation" und schrecke potentielle Interessenten von der Ausbildung ab. Verlierer seien die Pflegebedürftigen. <BR>Das sehen Vertreter der Regierungskoalition in Berlin anders: "Durch das neue Gesetz werden endlich Qualitätsverbesserungen in der Pflege möglich", meint Irmingard Schewe-Gerigk, zweite Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen. Der Pflegeberuf, bisher für schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung bekannt, werde für Qualifizierte attraktiver - und die Bedingungen für pflegebedürftige Senioren dadurch langfristig besser. Der Münchner Pflegeexperte Claus Fussek sieht das ähnlich (siehe Interview). <BR><BR>Die bayerische SPD empfiehlt der Landesregierung, die neue Regelung möglichst schnell umzusetzen: "Darauf warten viele alte und kranke Menschen genauso wie diejenigen, die für die Altenpflege ausbilden oder diesen Ausbildungsweg einschlagen wollen", meint SPD-Sozialexperte Jochen Wahnschaffe. Man müsse jedoch möglichst schnell mit der Werbung für diesen Pflegeberuf beginnen. <BR></P><P>Lesen Sie zum Thema: Interview mit Pflegeexperte Claus Fussek </P>

zurück zur Übersicht: Politik

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

Bundestag setzt Zeichen gegen Ägypten

Bundestag setzt Zeichen gegen Ägypten

Berlin - Der Bundestag hat das Vorgehen Ägyptens gegen die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung ausdrücklich verurteilt.Mehr...

Kommentare

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Neue Vorwürfe gegen Wulff - mit pikantem Detail

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff sieht sich weiteren Vorwürfen ausgesetzt. Die Ungereimtheiten reichen ins Jahr 2007 zurück: Es gibt ein pikantes Detail.Mehr...

Wiesn-Affäre um Wulff

Berlin - Immer neue Vorwürfe tauchen gegen Bundespräsident Christian Wulff auf. Zu einer Privatkredit-, Medien- und Flugmeilen-Affäre kommt jetzt offenbar auch noch eine Oktoberfest-Affäre hinzu.Mehr...

Aktuelle Fotostrecken

Putsch auf den Malediven

07.02.12|Politik|0

Auf den Malediven ging die Bevölkerung auf die Straße. Infolgedessen trat der Staatspräsident trat zurück. 
weitere Fotostrecken:
Newsletter

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Neue Vorwürfe gegen Wulff - mit pikantem Detail

Berlin - Bundespräsident Christian Wulff sieht sich weiteren Vorwürfen ausgesetzt. Die Ungereimtheiten reichen ins Jahr 2007 zurück: Es gibt ein pikantes Detail.Mehr...

Hat Bayern 209 Milliarden Miese?

München - Der Bund der Steuerzahler fordert, dass der Freistaat deutlich mehr Geld für Beamtenpensionen zurücklegt. Eine Studie im Auftrag des Bundes kommt zum Ergebnis, dass schon jetzt mehr als 200 Milliarden Euro fehlen. Für die Pensionen zu sparen sei sinnvoller, als Schulden abzubauen.Mehr...

"Kresse halten!" Piraten-Politiker beschimpft Abgeordnete

Berlin - Mit Zwischenrufen im Parlament kann Piraten-Politiker Christopher Lauer offenbar nichts anfangen. Er pöbelte anderen Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus entgegen, sie könnten "die Kresse halten".Mehr...

Wirtschaft

Osram streicht in Bayern mehr als 600 Stellen

Osram streicht in Bayern mehr als 600 Stellen

München - Bei der Siemens-Lichttochter Osram werden im Rahmen des geplanten Stellenabbaus bis 2014 mehr als 600 Arbeitsplätze in Bayern wegfallen.Mehr...

Griechische Koalition einigt sich auf Sparprogramm

Griechen einigen sich auf Sparkurs

Athen - Die griechischen Koalitionsparteien haben sich auf ein Abkommen über neue Spaßmaßnahmen verständigt.Mehr...

Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt für Staatsbedienstete

Gewerkschaften: 6,5 Prozent mehr für Staatsbedienstete

Berlin - Die Gewerkschaften fordern 6,5 Prozent mehr Geld für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.Mehr...

Probeabo

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

SkyScraper