München - Der frühere Parteichef Edmund Stoiber kehrt als Aschermittwochs-Redner bei der CSU-Kundgebung in Passau auf die politische Bühne zurück.

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Edmund Stoiber wird beim politischen Aschermittwoch der CSU in Passau auftreten
Der Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff bringt die Aschermittwochs-Pläne der CSU durcheinander: Zwar wird nach mehrjähriger Pause der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber als Redner bei der alljährlich größten CSU-Kundgebung in Passau auf die politische Bühne zurückkehren. Stoiber nahm am Sonntag die Einladung seines Nachnachfolgers Horst Seehofer an, wie die CSU mitteilte. Doch Stoiber lehnte gleichzeitig die ihm von Seehofer zugedachte Rolle ab, als Angreifer SPD, Grüne und sonstige Gegner der CSU zu attackieren.
Bis zu seinem Sturz 2007 hielt Stoiber über Jahre hinweg als Hauptredner beim Politischen Aschermittwoch der CSU mit großer Leidenschaft vielstündige Reden. Im Publikum sitzen traditionell viele Stammgäste, die jedes Jahr nach Passau pilgern und für die Stoiber bis heute ein Idol ist. Die Sprüche Stoibers sind manchen Besuchern stärker im Gedächtnis geblieben als das Grundsätzliche. „Ich bin gerne Dr. No“, sagte er einmal über sich selbst, „die hat doch nicht mehr alle Nadeln an der grünen Tanne“, schmähte er Grünen-Chefin Claudia Roth.
Die CSU-Spitze und Seehofer hatten daher für die Kundgebung eine Zweiteilung der Aufgaben im Sinn: Zuerst sollte Seehofer reden und die Leistungen der CSU darstellen. Anschließend sollte Stoiber ans Mikrofon und den Offensivpart übernehmen. Im Parteipräsidium wurde auch diskutiert, ob ein anderer CSU-Politiker den zweiten Part übernehmen könnte. Doch dies wurde verworfen, weil eine Neubelebung der Kronprinzendebatte um Seehofers Nachfolge befürchtet wurde.
Unmittelbar nach Wulffs Rücktritt hatte es in der CSU-Landesleitung und der Münchner Staatskanzlei kurzzeitig sogar Überlegungen gegeben, ob Seehofer überhaupt in Passau auftreten soll - die Entscheidung für seinen Auftritt fiel aber sehr schnell. Doch muss Seehofer nun solange mit staatsmännisch gebremstem Schaum agieren, bis die Nachfolge Wulffs geklärt ist. Allerdings will auch Stoiber staatsmännisch bleiben.
dpa
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