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Politiker und Bauernverband: Empörung über Schnitzel-Patent

Empörung über Schnitzel-Patent

Genf/München – Immer mehr Konzerne melden Patente auf Nutztiere und Pflanzen an, kritisieren Experten. Sie beschränken sich dabei nicht mehr auf die gentechnisch veränderten Organismen selbst.

© dpa

Schnitzel und Schinken wollen sich Unternehmen patentrechtlich schützen lassen.

Das US-Unternehmen Monsanto hat sogar ein Patent auf Schweineprodukte beantragt, die von Tieren stammen, die gentechnisch veränderte Futtermittel gefressen haben. Weil sich dadurch ungesättigte Fettsäuren im Fleisch anreichern, soll das Fleisch gesünder sein – so die Begründung. Im März diesen Jahres hat Monsanto ein ähnliches Patent auf Fische angemeldet, die in Aquakulturen gehalten werden.

„Schinken und Schnitzel sind keine Erfindung“, sagt Christoph Then, Patentexperte von Greenpeace. Das bestätigt auch Bauernpräsident Gerd Sonnleitner, der selbst die Berechtigung für ein Patent auf die Fütterung von Schweinen bezweifelt. „Die Politik muss endlich auf europäischer Ebene handeln“, fordert der Bauernpräsident. Es müsse klare Vorgaben geben, dass es kein Patent auf Leben gibt. Der Bauernverband lege immer wieder Widerspruch ein: „Wir nehmen dafür sehr viel Geld in die Hand.“

Kritiker beobachten, dass immer mehr Patente auf Pflanzen und Tiere angemeldet werden, die auf konventionelle Art gezüchtet wurden. Dabei erfolgt nur die Auswahl der Zuchttiere mit biotechnologischen Methoden: Man sucht nach Genen, die einen hohen Ertrag versprechen. Von dieser Erkenntnis leiten die Konzerne aber weitreichende Ansprüche ab. Ein Zusammenschluss von 300 internationalen Organisationen hat nun an die Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts appelliert. In einer Anhörung könnte sich dort Ende Juli entscheiden, ob der Wettlauf um die Biopatente gebremst wird.

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