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Fast jeder dritte Baum schwer krank

Fast jeder dritte Baum schwer krank

024.01.06|Politik|Politik|
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Artikel: Fast jeder dritte Baum schwer krank

- Berlin - Der deutsche Wald bleibt ein Dauerpatient. "Der Gesundheitszustand des Waldes bleibt Besorgnis erregend", sagte der Parlamentarische Agrarstaatssekretär Peter Paziorek (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung des Waldschadensberichts in Berlin.

Die wesentlichen Ursachen für den schlechten Zustand der Bäume, so Paziorek, seien die Luftverschmutzung durch den Verkehr und die Bodenbelastung durch die Landwirtschaft. Das Agrarministerium rief deshalb zu mehr Anstrengungen zur Luftreinhaltung auf. Der Anteil der Biotreibstoffe müsse weiter steigen. Die große Koalition erwägt nach Pazioreks Angaben eine Förderung der Wärmeeinspeisung mit Holz.

Eichen und Kiefern geht es schlechter

Im Durchschnitt sind 29 Prozent der Bäume schwer krank, 2004 waren es noch 31 Prozent. Allerdings hat sich beispielsweise der Zustand der Eichen dramatisch verschlechtert: Seit 1984 haben sich die schweren Schäden laut Waldschadensberichts verfünffacht. Rund die Hälfte der Eichen hatte 2005 schwere Schäden, im Jahr zuvor waren es nur 45 Prozent.

Verschlechtert hat sich auch der Zustand der Kiefern. Knapp ein Fünftel wies große Schäden auf, im Jahr zuvor waren es 17 Prozent. Der Anteil der Buchen mit schweren Schäden hat sich seit 1984 vervierfacht. Allerdings erholten sie sich 2005 leicht. Während 2004 noch mehr als die Hälfte schwer krank war, lag der Anteil im vergangenen Jahr bei 44 Prozent. Von den Fichten ist knapp ein Drittel sehr krank, etwas weniger als ein Jahr zuvor.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht den deutschen Wald im "Dauerstress". Um den Schutz zu verbessern, müsse Agrarminister Horst Seehofer (CSU) mehr Mittel zur Umstellung von Agrarbetrieben auf umweltgerechte Standards bereitstellen, sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm. Der Naturschutzbund NABU forderte neben Maßnahmen zu Luftreinhaltung und Klimaschutz einen Verzicht auf Kahlschläge und Pflanzenschutzmittel. Der Deutsche Bauernverband verlangte eine verstärkte Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern und Kalkung gegen saure Waldböden.

Die Grünen-Bundestagsfraktion hält einen Umbau des Waldes weg von der Monokultur für sinnvoll. Das müsse in der geplanten Novelle des Bundeswaldgesetzes umgesetzt werden. Ein neues Jagdgesetz müsse für eine Wildhäufigkeit sorgen, die mit dem Wald verträglich sei. Nordrhein-Westfalens Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) verlangte eine bessere Nutzung von Holz als Bau- und Brennstoff. "Wir brauchen eine stärkere Durchforstung der Wälder", sagte er der dpa. Vielen Bäumen sei es im Wald zu eng. Holz könne nicht nur als Baustoff und bei der Möbelherstellung genutzt werden, sondern werde auch als Brennstoff in Form von Holzpellets attraktiver.

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