G8-Gipfel endet mit Beratungen über Hungerkrise

G8-Gipfel: Beratungen über Hungerkrise

010.07.09|PolitikFacebook
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A

L'Aquila - Mit Beratungen über den Hunger auf der Welt und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf Afrika geht am heutigen Freitag der dreitägige G8-Gipfel zu Ende.

Abgemagerte Kinder warten in Tubmanburg (Liberia) auf die Verteilung von Lebensmitteln (Archivbild).

© dpa

Abgemagerte Kinder warten in Tubmanburg (Liberia) auf die Verteilung von Lebensmitteln (Archivbild).

An den abschließenden Gesprächen im italienischen L'Aquila nehmen auch die Staats- und Regierungschefs von Schwellenländern und zahlreichen afrikanischen Staaten teil, darunter Libyens Präsident Muammar al-Gaddafi. Schon am Donnerstagabend gab es ein “historisches shake-hands“, als US- Präsident Barack Obama dem libyschen Revolutionsführer die Hand gab.

Im Zentrum der Beratungen steht der Plan der G8-Staaten, direkte Nahrungsmittelhilfen zurückzufahren und den armen Staaten dafür mehr Geld zu geben, um eine eigene funktionierende Landwirtschaft aufzubauen. Die sieben führenden Industrienationen und Russland (G8) hatten bereits am Mittwoch beschlossen, mehr als zwölf Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um die Anbaumethoden zu verbessern.

Die armen Länder, insbesondere in Afrika , leiden massiv unter der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Laut Welternährungsorganisation überschreitet die Zahl der Hungernden aufgrund der Krise in diesem Jahr erstmals die Milliarden-Schwelle.

Im Bereich der Entwicklungshilfe wollen die G8-Staaten künftig regelmäßig selbst überprüfen, ob sie ihre 2005 im schottischen Gleneagles gemachten Versprechen einhalten - etwa das, die Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 um 25 Milliarden Dollar pro Jahr zu erhöhen. Bereuits am Mittwoch hatten die G8-Staats- und Regierungschef ihr Ziel bekräftigt, bis 2015 0,7 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen.

An den ersten beiden Gipfeltagen hatten die G8-Chefs Handlungsfähigkeit demonstriert: Dem Iran drohten sie wegen des Atomprogramms ultimativ mit Sanktionen, beim lange vernachlässigten Klimaschutz übernahmen sie erstmals eine Führungsrolle. Auch aufstrebende Schwellenländer wie Indien und China schlossen sich bei den Gipfel-Verhandlungen am Donnerstag dem ambitionierten G8-Ziel an, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, um den Klimawandel aufzuhalten.

US-Präsident Barack Obama kündigte an, im März 2010 einen Atomgipfel in Washington einzuberufen, um Maßnahmen im Kampf gegen den Nuklearwaffen-Schmuggel voranzubringen.

Im Konflikt um das iranische Atomprogramm warnte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy Israel vor einem eventuellen militärischen Alleingang. Ein israelischer Militärschlag gegen die Atomanlagen im Iran wären die “absolute Katastrophe“.

dpa

zurück zur Übersicht: Politik

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...
Schliessen

Artikel empfehlen!

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Kommentar schreiben

Letzter Kommentar zu diesem Artikel:

Keine Kommentare vorhanden.

Kommentar verfassen

Community

Schreiben Sie zum Beitrag Ihre Meinung oder laden Sie Bilder und Videos zu ihrem Profil hoch. In unserer Community lernen sie sicher auch neue Freunde kennen.

Registrieren / Login

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
Ganz übel: Schweizer verhöhnen Schäubles Behinderung

Zürich - Der Kauf der Steuersünder-CD lässt die Schweizer Volksseele hochkochen. Das Motto lautet: Attacke gegen Deutschland! Selbst vor Wolfgang Schäubles-Behinderung wird da nicht Halt gemacht.Mehr...

Außenministerium lacht über Westerwelle-Brief

Berlin - Dass Außenminister Gudio Westerwelle (FDP) Probleme mit der englischen Sprache hat, ist bekannt. Jetzt sorgen Rechtschreib- und Grammatik-Patzer in einem Brief des Ressortchefs für Gelächter in dessen Ministerium.Mehr...

Aktuelle Fotostrecken

  • Das iranische Waffenarsenal

    08.02.10|Politik|0

    Das iranische Waffenarsenal
weitere Fotostrecken:
Newsletter

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Monat
Bayerns oberste Beamte: Die Rochade der grauen Eminenzen

München - Horst Seehofer lässt seine Beamten rotieren. Der Ministerpräsident will die komplette Spitze der Staatskanzlei und einiger Ministerien austauschen. Drei enge Stoiber-Vertraute müssen die Regierungszentrale verlassen.Mehr...

Außenministerium lacht über Westerwelle-Brief

Berlin - Dass Außenminister Gudio Westerwelle (FDP) Probleme mit der englischen Sprache hat, ist bekannt. Jetzt sorgen Rechtschreib- und Grammatik-Patzer in einem Brief des Ressortchefs für Gelächter in dessen Ministerium.Mehr...

Wirtschaft

Neue Durchsuchungen im BayernLB-Skandal
Neue Durchsuchungen im BayernLB-Skandal

München - Der BayernLB-Skandal zieht immer weitere Kreise. Am Dienstag durchsuchten Staatsanwälte und Kriminalpolizei Büros des Bayerischen Städtetags und des Sparkassenverbandes.Mehr...

Frankreich: Frustrierte IKEA-Mitarbeiter besetzen Zentrale
Frankreich: Frustrierte IKEA-Mitarbeiter besetzen Zentrale

Paris - Frustrierte IKEA-Mitarbeiter halten seit Anfang der Woche den französischen Geschäftssitz des weltgrößten Möbelkonzerns besetzt. Wogegen sie protestieren.Mehr...

Rarria bei der BayernLB: Fahnder stellen zehn Aktenordner in Rathaus sicher
BayernLB: Fahnder stellen Aktenordner in Rathaus sicher

Regensburg - Bei der Razzia wegen der Ermittlungen im Zusammenhang mit der BayernLB haben die Ermittler am Dienstag im Regensburger Rathaus zehn Aktenordner sichergestellt.Mehr...

Probeabo

AktuellesLokalesSportCommunityFreizeitServiceAnzeigenZeitung

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de