Berlin - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat eine Entscheidung über die Zukunft des maroden Atomlagers Asse II in Niedersachsen bis Ende des Jahres angekündigt.

© dpa/Fotomontage
Das ehemaligen Salzbergwerk Asse, in dem seit Ende der 60er Jahre schwach- und mittelradioaktiver Abfall liegt, ist einsturzgefährdet.
Der Umweltminister will heute Kriterien für die anstehende Entscheidung vorstellen. “Ich bin sicher, dass wir bis Ende des Jahres die Entscheidung treffen können“, sagte er. Inzwischen gebe es auch erstmals Notfallpläne zum Schutz der Bevölkerung in der Nähe von Asse.
Doch fügte er an, er sehe nicht für die heutige, sondern für künftige Generationen mögliche Gefahren. “Es gibt keine akuten Gefährdungen durch Radioaktivität“, betonte der Umweltminister.
Merkel lobte indirekt das Vorgehen von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Die Bundesregierung habe gesagt, die Asse müsse die Aufgabe des Bundesamts für Strahlenschutz werden und es müsse eine genaue Analyse geben. “Mit dieser schonungslosen Analyse wird dann auch das Thema bewältigt werden können.“ Am vergangenen Wochenende war bekanntgeworden, dass in der Schachtanlage dreimal so viel Plutonium liegt wie bisher angenommen. Der frühere Betreiber war das Helmholtz Zentrum, die Fachaufsicht lag ehemals beim niedersächsischen Umweltministerium.
Die CDU-Chefin warnte erneut vor einem zu schnellen Atomausstieg. “Wir haben sehr, sehr gute Vorstellungen von den Sicherheitsanforderungen“, sagte Merkel. “Ich möchte, dass Deutschland da mitsprechen kann, weil wir natürlich auch von Unfällen in anderen Ländern betroffen sein würden.“ In Finnland und Frankreich würden neue Atomkraftwerke gebaut, Italien und Großbritannien stiegen wieder in die Technologie ein. Wenn es andere Möglichkeiten als die Atomenergie gebe etwa mit erneuerbaren Energien oder mehr Energiesparen, “würde ich das immer vorziehen, weil die Folgen natürlich geringerer Natur sind“.
dpa/AP
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