Berlin - Den Opfern der Neonazi-Morde gedenken am Donnerstag Politiker und Angehörige der Opfer. Auch der designierte Bundespräsident Joachim Gauck nimmt an der Gedenkfeier teil. Das öffentliche Leben soll für eine Minute still stehen.
Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck nimmt an diesem Donnerstag an der zentralen Gedenkfeier für die Opfer der Neonazi-Morde in Berlin teil. Dies sei für Gauck eine Selbstverständlichkeit, hieß es aus seiner Umgebung. Zu dem Staatsakt im Konzerthaus am Gendarmenmarkt werden rund 1200 Gäste erwartet, darunter neben den Spitzen des Staates auch Angehörige der Opfer und andere Betroffene von Terroranschlägen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird die zentrale Rede halten.
Das öffentliche Leben in Berlin soll im Rahmen der Gedenkfeier eine Minute inne halten, um der zehn Opfer der rechtsextremistischen Mordserie in Deutschland zu gedenken. Zu der Schweigeminute um 12 Uhr haben Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam aufgerufen.
Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) appellierte am Mittwoch an alle Berliner, sich an dem stillen Gedenken zu beteiligen. In der Hauptstadt werden die Mitarbeiter in der Verwaltung und in zahlreichen Betrieben, Lehrer und Schüler in den Schulen, Polizei und Feuerwehr, die Berliner Verkehrsbetriebe, die S-Bahn und die Mitarbeiter der Stadtreinigungsbetriebe teilnehmen. „Es geht darum, ein klares Zeichen gegen menschenverachtende rechtsextreme Gewalt zu setzen“, erklärte Wowereit. U- und S-Bahnen, Busse und Straßenbahnen werden um 12 Uhr kurz stoppen und ihre Fahrgäste über die Schweigeminute informieren, teilten die Unternehmen mit.
Während der Veranstaltung wird der Gendarmenmarkt gesperrt, der Deutsche und der Französische Dom bleiben geschlossen.
Das Bündnis gegen Rassismus rief zur Teilnahme an einer Kundgebung um 10.30 Uhr auf. Die staatliche Gedenkfeier sei unzureichend, um sich bei den Opfern der rechtsextremistischen Gewalt zu entschuldigen, erklärte das Bündnis. Der Staat trage durch die polizeilichen Ermittlungsfehler, die Verstrickung des Verfassungsschutzes und die Diffamierung der Opfer ganz klar eine Mitschuld.
dpa
Rubriklistenbild: © dpa


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