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Landtag fordert Gleichberechtigung für behinderte Schüler

Regelschule für behinderte Kinder

125.02.10|Politik|Politik|1
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Artikel: Regelschule für behinderte Kinder

München - Der Landtag wünscht in Bayerns Schulen eine volle Gleichberechtigung behinderter Kinder. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, künftig auch auf die Regelschule zu gehen.

© dpa

Der bayerische Landtag wünscht sich eine bessere Integration behinderter Schüler.

In einem fraktionsübergreifenden Beschluss hat der Bildungsausschuss im Landtag am Donnerstag die Staatsregierung einstimmig aufgefordert, bis zum Sommer ein Konzept für eine gleichberechtigte Teilhabe behinderter Schüler vorzulegen. Die Abgeordneten halten dies zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte Behinderter für notwendig.

Bisher hätten Eltern behinderter Kinder in Bayern keine generelle Wahlfreiheit, diese in die Regelschule zu schicken, sagte die FDP- Abgeordnete Renate Will. Die UN-Konvention befasst sich in Artikel 24 mit Fragen der Ausbildung. Darin wird ein sogenanntes inklusives Bildungssystem gefordert - damit ist vor allem ein gemeinsamer Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung an den allgemeinbildenden Schulen gemeint.

Die Behindertenbeauftragte der Staatsregierung, Irmgard Badura, begrüßte das parteiübergreifende Votum des Bildungsausschusses. “Der schulische Bereich nimmt eine Schlüsselrolle ein, wenn es darum geht, allen Kindern und Jugendlichen eine gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft zu ermöglichen“, sagte Badura laut Mitteilung. “Je früher wir gemeinsames Lernen ermöglichen, umso früher gelingt Inklusion in unseren “erwachsenen“ Köpfen.“

Der Landtags-Ausschuss forderte auch ein Konzept zur Fortbildung, damit die Lehrer “verstärkt sonderpädagogische Kompetenzen erwerben können, die diese zum inklusiven Unterrichten befähigen“. Der CSU- Abgeordnete Klaus Steiner betonte: “Inklusion ist mehr als Integration.“

Er sprach von einer Riesenherausforderung und zugleich von einem “unglaublich schwierigen Weg“ bei der Umsetzung der UN- Konvention. Das Vorgehen dabei müsse gründlich vorbereitet werden. Nach den Worten des SPD-Abgeordneten Martin Güll zieht die - in Deutschland nach der Ratifizierung seit März 2009 verbindliche - UN- Konvention einen Paradigmenwandel in der Bildungspolitik nach sich: “Es muss gelingen, dass das Bildungssystem sich dem Kind anpasst und nicht das Kind sich dem Bildungssystem anpassen muss.“

Einigkeit herrschte im Ausschuss, dass die Umsetzung der Konvention Zeit brauche und nur Schritt für Schritt umsetzbar sein werde. Ebenso waren sich die Abgeordneten einig, dass die Ausgangssituation in Bayern mit seinen Förderschulen und anderen Einrichtungen günstig sei.

Wenn alle Eltern das Recht beanspruchen würden, ihr behindertes Kind auf die Regelschule zu schicken, dann wären die Förderschulen trotz ihrer hervorragenden Arbeit leer, warnte Ausschuss-Vorsitzender Hans-Ulrich Pfaffmann (SPD). In einem Dreiklang müsse deshalb ein Weg gefunden werden, die Schulen zum gemeinsamen Unterricht Behinderter und Nichtbehinderter zu ertüchtigen, den Eltern ein Wahlrecht zu ermöglichen und zugleich die hohen Kompetenzen der Förderschulen nicht aufzugeben.

Im Mittelpunkt müsse immer das Wohl der Kinder stehen, sagte der CSU-Abgeordnete Steiner. Und dem Wohl eines Kindes werde in besonderen Fällen sicher eher in einer beschützenden Einrichtung Rechnung getragen. Deshalb müsse man diesen Einrichtungen und den Förderschulen die Angst nehmen, sie könnten überflüssig werden.

dpa

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