Superbanner

Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler: Wird Margot Käßmann die nächste Bundespräsidentin?

Wird Käßmann die nächste Bundespräsidentin?

Berlin - Nach dem Rücktritt von Horst Köhler hat ein SPD-Politiker bereits die Theologin Margot Käßmann als Bundespräsidentin vorgeschlagen. Ist das Phantasterei oder eine realistische Personalie?

-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk.1465478300189151067001
Schliessen

Videotitel

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).

Wie es nach dem Rücktritt des deutschen Staatsoberhauptes weitergeht, erklärt Jörg Siegmund (36), Mitarbeiter am Centrum für angewandte Poltikforschung (CAP) in München: "Innerhalb von 30 Tagen ab dem heutigen Montag muss laut Grundgesetz ein Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten gewählt werden."

Die Wahl obliegt der Bundesversammlung. Dieses Gremium setzt sich zusammen aus den 622 Abgeordneten des Bundestages sowie aus gleich vielen Vertretern der 16 Bundesländer. "Die Bundesregierung muss nun feststellen, wie sich die aktuelle Bundesversammlung zusammensetzt", erklärt Politik-Experte Siegmund. "Dabei ermittelt zunächst das Bundesinnenministerium, wie sich die Vertreter auf die einzelnen Länder verteilen. Anschließend müssen die Landtage, Abgeordnetenhäuser oder Bürgerschaften diese Vertreter wählen." Das Vorschlagsrecht für einen Kandidaten hat dabei jedes Mitglied der Bundesversanmmlung.

Noch im Mai 2009 konnten Union und FDP Horst Köhler als ihren "Wunschkandidaten" im ersten Wahlgang durchsetzen. Dass die aktuelle Bundesregierung nach dem Ende für Schwarz-Gelb in NRW in der nächsten Bundesversammlung ebenso leichtes Spiel hat, bezweifelt Politikwissenschaftler Siegmund: "Wenn überhaupt, dann hat Schwarz-Gelb nur eine sehr knappe Mehrheit."

Horst Köhler und seine Vorgänger

zurück

vor

Deswegen erwartet er mit Interesse, "ob die Regierung nun einen Kandidaten bestimmt, der ein Vertreter ihres eigenen Lagers ist. Oder ob sie auf die Oppostion zugeht und einen Konsenskandidaten vorschlägt." Ein lagerübergreifend gewählter Präsident ist für Jörg Siegmund "angesichts der momentanen Probleme unseres Landes sicher nicht die schlechteste Lösung." Dabei könne die Regierung auch Akzente setzen und einen profilierten Finanz- oder Familienpolitiker ins Spiel bringen.

Als Kandidatin ins Spiel gebracht wurde bereits die evangelische Theologin Margot Käßmann - und zwar vom niedersächsischen SPD-Vorsitzenden Olaf Lies. “Nun ist es an der Zeit, dass jemand, der die Sorgen und Nöte der Menschen fest im Blick hat, wie zum Beispiel Margot Käßmann, dieses Amt ausfüllt“, sagte Lies am Montag in Hannover. Käßmann war nach einer Alkoholfahrt im Februar als hannoversche Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland zurückgetreten.

Politikwissenschaftler Jörg Siegmund hält Lies' Idee für keinen glücklichen Vorschlag. "Frau Käßmann ist zwar sehr populär. Aber vor dem Hintergrund ihres eigenen Rücktritts würde ihre Kandidatur vermutlich auf kein positives Echo stoßen."

In den vergangenen Monaten wurden auch die (Noch)-Ministerpräsidenten von Hessen und Nordrhein-Westfalen, Roland Koch und Jürgen Rüttgers (beide CDU) als potentielle Köhler-Nachfolger ins Spiel gebracht. Für Jörg Siegmund scheiden beide aber als Kandidaten aus, denn: "Jürgen Rüttgers ist mit dem Malus des Wahlverlierers behaftet. Und Roland Koch hat gerade eben seinen eigenen Rücktritt erklärt - mit dem Argument, dass Politik nicht sein Leben sei."

Wie vom Donner getroffen": Reaktionen zum Rücktritt

zurück

vor

Bis zur Wahl des nächsten Staatsoberhauptes ist Jens Böhrnsen (SPD) vorübergehend unser neues Staatsoberhaupt. Der Bremer Bürgermeister ist derzeit Bundesratspräsident. Er übernimmt die Amtsgeschäfte des zurückgetretenen Präsidenten. Denn im Grundgesetz heißt es: "Die Befugnisse des Bundespräsidenten werden im Falle seiner Verhinderung oder bei vorzeitiger Erledigung des Amtes durch den Präsidenten des Bundesrates wahrgenommen."

fro

Rubriklistenbild: © dpa

zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Steinbrück: Sarrazins Thesen sind "Bullshit"

Berlin - Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hält die jüngsten Euro-Thesen des Autors und früheren Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin für “erbärmlich“ und wirft ihm “D-Mark-Chauvinismus“ vor.Mehr...

Özdemir warnt Piraten-Wähler

Berllin - Die Grünen haben die Wähler davor gewarnt, mit Stimmen für die Piratenpartei große Koalitionen zu ermöglichen und Rot-Grün zu verhindern.Mehr...

Ort des Geschehens

52.5234051,13.4113999

Karte wird geladen... Karte wird geladen - Downloadanzeige

Newsletter

Aktuelle Fotostrecken

Röttgen-Verabschiedung: Merkel wie versteinert

weitere Fotostrecken:
Probeabo

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Monat
  • Themen

Organspende: So sieht die neue Regelung aus

Berlin - Niemand wird zum Ja gezwungen, aber alle werden gefragt - die Bürger sollen sich zur Organspende bekennen. Nach rund 15 Jahren Debatte zieht der Bundestag Konsequenzen aus dem fatalen Organmangel.Mehr...

Holocaust & Euro: Sarrazin-Eklat bei Jauch

Berlin - Thilo Sarrazin hat erneut mit gewagten Äußerungen provoziert. Sein Auftritt in Günther Jauchs ARD-Talkshow wurde von Politikern von SPD, FDP und Grünen scharf kritisiert.Mehr...

Innenminister Herrmann bei Baggerunfall verletzt

Kempten - Beim Spatenstich zur Bau einer neuen Straße in Kempten ist Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in einen tonnenschweren Bagger geklettert - und mit dem Gefährt umgekippt.Mehr...

Wirtschaft

IWF-Chefin Lagarde hat mit Griechen kein Mitleid

IWF-Chefin Lagarde hat mit Griechen kein Mitleid

London - Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat wenig Mitleid für die unter Wirtschaftskrise und Sparmaßnahmen leidenden Griechen. Ihre Lösungsvorschläge.Mehr...

Sonne liefert Deutschland erstmals soviel Leistung wie 20 AKW

Sonne liefert soviel Leistung wie 20 AKW

Münster - Energiewende und sommerliches Wetter machen es möglich: Deutschland hat eine neue Spitzenleistung bei der Sonnenenergie erreicht. Dass ist auch ein Verdienst der Bundesregierung.Mehr...

Studie: Jeder dritte Deutsche fürchtet Immobilienblase

Studie: Jeder dritte Deutsche fürchtet Immobilienblase

Stuttgart - Jeder dritte Deutsche sieht einer Studie zufolge wegen der Flucht vieler Anleger ins “Betongold“ im Zuge der Finanzkrise die Gefahr einer Immobilienblase. Was die Deutschen befürchten.Mehr...

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper