Krankenkassen kritisieren Sparpläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) 

Krankenkassen kritisieren Röslers Sparpläne

010.03.10|PolitikFacebook
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A

Berlin - Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ist mit seinen Plänen zur Kostensenkung bei Arzneimitteln bei Krankenkassen und Experten auf Kritik gestoßen.

© dpa

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)

Es sei zwar “ein gutes Signal“, dass Kassen und Hersteller über Preise für neue patentgeschützte Medikamente verhandeln sollten, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Hamburg, Wilfried Jacobs, dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag). Eine unabhängige Kosten-Nutzen-Prüfung müsse aber vor Beginn solcher Preisverhandlungen stattfinden. Ohne vorherige Prüfung würden die Pharma-Unternehmen mit weit überzogenen Forderungen in die Verhandlungen gehen, um “am Ende ihre Wunsch-Preise“ durchzusetzen, sagte Jacobs.

Ähnlich äußerte sich die größte deutsche Einzelkasse Barmer-GEK. Da zu Beginn der Verhandlungen “keine objektive Bewertung des Zusatznutzens vorliegt, sondern nur die Eigenangaben der Hersteller, verfügen die Kassen über keine belastbare Verhandlungsgrundlage“, sagte der stellvertretende Sprecher Kai Behrens. Besonders kleinere Kassen seien aufgrund fehlender Eigenexpertise nicht in der Lage, die Hersteller-Angaben zum Zusatznutzen zu überprüfen.

Rösler will “die Pharmafirmen in Vertragsverhandlungen mit den Krankenkassen zwingen“, um Kostensenkungen bei den Arzneimitteln zu erreichen. Helfen sollen dabei auch Zwangsrabatte und Preismoratorien. Der Gesundheitsminister erhofft sich davon Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr.

“Es wird nichts daran ändern, dass in Deutschland Mondpreise verlangt werden“, sagte der Pharmakologe Peter Schönhöfer der Zeitung.

dpa

zurück zur Übersicht: Politik

  • BlinkList
  • del.icio.us
  • Folkd
  • Furl
  • Google
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • oneview
  • Yahoo MyWeb
  • YiGG
  • Webnews
Diese Seite bookmarken bei...
Schliessen

Artikel empfehlen!

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Meist kommentierte Artikel

  • Letzte Woche
  • Monat
Bayerischer Innenminister teilt Sarrazins Kritik an Zuwanderung

Passau - Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilt die Kritik des umstrittenen Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin zur Einwanderung.Mehr...

CSU distanziert sich von Sarrazin: "Der hat einen Knall"

München - Die CSU geht auf weite Distanz zu den jüngsten Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. "Der Typ hat einen Knall", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt dem Münchner Merkur.Mehr...

Newsletter

Meist gelesene Artikel

  • Heute
  • Letzte Woche
  • Monat
sarrazin
18 Prozent würden Sarrazin-Partei wählen

Berlin - Der wegen seiner Thesen zur Ausländer-Integration umstrittene Thilo Sarrazin könnte bei der Gründung einer eigenen Partei mit großem Zuspruch rechnen.Mehr...

Sarrazin: Übler Fehltritt gegen Friedman

Berlin - Provokateur Thilo Sarrazin sorgt für einen neuen Eklat: Er soll Michel Friedman, Ex-Vize des Zentralrats der Juden, wüst beschimpft haben und den Publizisten ein "A...loch" genannt haben.Mehr...

Sarrazin: "Deutschland schafft sich ab"

Berlin - Das für provokante Thesen bekannte Bundesbank- Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin veröffentlicht Ende dieses Monats ein Buch zur deutschen Integrationspolitik.Mehr...

Wirtschaft

Trichet: Ausstieg Athens aus Eurozone wäre schlechteste Option
Trichet: Ausstieg Athens aus Eurozone wäre schlecht

Cernobbio/Italien - Ein Ausstieg der im Frühjahr knapp an der Staatspleite vorbeigeschrammten griechischen Regierung aus der Eurozone wäre nach Ansicht von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die schlechteste aller Möglichkeiten.Mehr...

Wirtschaft warnt: Halbe Million fehlende Fachkräfte bis 2015
Wirtschaft warnt: Halbe Million fehlende Fachkräfte bis 2015

München - Mancher Bürger reibt sich die Augen: Kaum sind die schrillen Warnungen vor Massenarbeitslosigkeit verklungen, warnen die Unternehmen vor dramatischem Fachkräftemangel.Mehr...

Auto-Boom in China: Audi-Verkäufe steigen rasant
Auto-Boom in China: Audi-Verkäufe steigen rasant

Ingolstadt - Der Auto-Boom in China beschert Audi rasant steigende Absatzzahlen. In der Volksrepublik fällt die Bilanz der Autobauer aus Ingolstadt derzeit erfolgreicher aus als auf dem Heimatmarkt.Mehr...

Probeabo

AktuellesLokalesSportCommunityFreizeitServiceAnzeigenAbo

Artikel lizenziert durch © merkur-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.merkur-online.de