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Die Milchbauern sollen sich auf Milchgipfel auf eine deutsche Position einigen, fordert die Kanzlerin

Merkel: Milchbauern sollen sich zusammenraufen

Der Bauernverband und der Verband Deutscher Milchviehhalter sollen ihren „heftigen Dissenz“ beilegen. Damit stärken sie ihre Position in Europa, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Milchbauern kurz vor dem Milchgipfel zu mehr Gemeinsamkeit aufgerufen. “Das Ziel des heutigen Gesprächs ist es, mit Blick auf die akut schwierige Situation der Milchbauern jetzt zu einer deutschen Position zu kommen, die abgestimmt ist“, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Freitag. Es gehe darum, “möglicherweise auch den einen oder anderen vorhandenen heftigen Dissens innerhalb der bäuerlichen Vertretungen“ zu überwinden, damit mehr Unterstützung für die Milchbauern von der Europäischen Union erreicht werden könne.

Die EU- Agrarminister beraten am kommenden Montag über Hilfen. Merkel will bei einem Treffen mit Bauernpräsident Gerd Sonnleitner und dem Chef des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber, im Kanzleramt eine Annäherung der Positionen ausloten. Schaber sagte jedoch dem Hessischen Rundfunk, die Verbände seien “grundsätzlich unterschiedlicher Meinung“, wie die Milchpreise wieder steigen können. Sonnleitner forderte Merkel und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) dazu auf, in Brüssel für “massive Verkaufshilfe“ für Milch zu sorgen. Er warf der Bundesregierung vor, bisher nichts für die Bauern getan zu haben. Die Bauern leiden unter historisch niedrigen Milchpreisen.

Die verschiedenen Positionen der Milchbauern

Der Deutsche Bauernverband setzt auf mehr EU-Absatzhilfen und auf höhere Stützungspreise. Er sieht die Stellschrauben nur bei der Europäischen Union. Dagegen fordert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, in dem nach eigenen Angaben ein Drittel der Milchbauern organisiert ist, nationale Möglichkeiten. So soll zum Beispiel die Verrechnung von Über- und Unterlieferung der Milch - die sogenannte Saldierung - eingeschränkt werden.

Den Bauern zu helfen, da hat Kanzlerin Angela Merkel nicht allzu viele Möglichkeiten. Sie kann nicht die Preise verändern, und für finanzielle Hilfen besteht wegen der Schulden durch die Wirtschaftskrise praktisch kaum Spielraum. Eine nationale Steuerung der Milchmenge ist - auch in den Ländern - umstritten. Die Kanzlerin will auf EU-Ebene für weitere Hilfen werben. Bisher unterstützte die Bundesregierung die Landwirte mit einer Entlastung bei der Agrardieselsteuer und mit Liquiditätshilfen.

In Österreich steigende Milchpreise erwartet

In Deutschland bekommen die Bauern derzeit von den Molkereien 22 bis 23 Cent pro Liter. Sie fordern etwa das Doppelte. Experten gehen davon aus, dass der Preis zumindest leicht steigen wird. Discounter haben Butter für Verbraucher bereits verteuert. Bis das bei den Bauern spürbar ist, dauert es einige Wochen. Auf ein ausgeglichenes Ergebnis hoffen heuer die österreichischen Molkereien, meldet das ORF. Nach Meinung des österreichischen Fernsehens gebe es Signale dafür. Im vergangenen Jahr mussten die österreichischen Molkereien beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ein Minus von 0,5 Prozent hinnehmen, nach plus 1,5 Prozent im Jahr davor. dpa/mm

Rubriklistenbild: © ap

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