Der Bauernverband und der Verband Deutscher Milchviehhalter sollen ihren „heftigen Dissenz“ beilegen. Damit stärken sie ihre Position in Europa, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.
Der Deutsche Bauernverband setzt auf mehr EU-Absatzhilfen und auf höhere Stützungspreise. Er sieht die Stellschrauben nur bei der Europäischen Union. Dagegen fordert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, in dem nach eigenen Angaben ein Drittel der Milchbauern organisiert ist, nationale Möglichkeiten. So soll zum Beispiel die Verrechnung von Über- und Unterlieferung der Milch - die sogenannte Saldierung - eingeschränkt werden.
Den Bauern zu helfen, da hat Kanzlerin Angela Merkel nicht allzu viele Möglichkeiten. Sie kann nicht die Preise verändern, und für finanzielle Hilfen besteht wegen der Schulden durch die Wirtschaftskrise praktisch kaum Spielraum. Eine nationale Steuerung der Milchmenge ist - auch in den Ländern - umstritten. Die Kanzlerin will auf EU-Ebene für weitere Hilfen werben. Bisher unterstützte die Bundesregierung die Landwirte mit einer Entlastung bei der Agrardieselsteuer und mit Liquiditätshilfen.
In Deutschland bekommen die Bauern derzeit von den Molkereien 22 bis 23 Cent pro Liter. Sie fordern etwa das Doppelte. Experten gehen davon aus, dass der Preis zumindest leicht steigen wird. Discounter haben Butter für Verbraucher bereits verteuert. Bis das bei den Bauern spürbar ist, dauert es einige Wochen. Auf ein ausgeglichenes Ergebnis hoffen heuer die österreichischen Molkereien, meldet das ORF. Nach Meinung des österreichischen Fernsehens gebe es Signale dafür. Im vergangenen Jahr mussten die österreichischen Molkereien beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ein Minus von 0,5 Prozent hinnehmen, nach plus 1,5 Prozent im Jahr davor. dpa/mm
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