Hamburg - Bundeskanzlerin Merkel stellt Bedingungen, Umweltminister Gabriel will das Atomkraftwerk Krümmel hingegen ganz abschalten. Generell stellt er die Zukunft der Atomenergie in Frage.

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Das Atomkraftwerk Krümmel.
Nach der Panne im Atomkraftwerk Krümmel stellt Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Bedingungen für ein Wiederanfahren des umstrittenen Reaktors. Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) drohte dem unter Druck geratenen Stromkonzern Vattenfall am Freitag hingegen mit einer Schließung. Er will eine erneute Anschaltung des Atommeilers notfalls mit einer atomrechtlichen Weisung unterbinden. Zugleich fordert Gabriel, den Atomausstieg für ältere Kraftwerke zu beschleunigen und Sicherheitskontrollen zu verstärken. In Krümmel begannen knapp eine Woche nach der Schnellabschaltung die Vorbereitungen zur Analyse eines Brennstab-Schadens.
Die älteren Kraftwerke seien schlechter gegen Flugzeugabstürze sowie Terrorangriffe mit Verkehrsflugzeugen geschützt, sagte der Bundesumweltminister. Auf die sieben ältesten Meiler Biblis A, Neckarwestheim 1, Biblis B, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser, Philippsburg 1 sowie den etwas jüngeren Meiler Krümmel dürften keine Reststrommengen mehr übertragen werden. Damit könnten jüngere Kraftwerke länger laufen.
Gabriel forderte Sicherheitsüberprüfungen alle fünf statt alle zehn Jahre. Er hält eine Atomsteuer für die Betreiber für nötig, die Mehreinnahmen von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bringen könne. Der SPD-Politiker warf Merkel und der Union vor, sie hätten den Atomkonsens vier Jahre lang auszuhebeln versucht.
Deutsche Kernkraftwerke hatten nach Angaben des Bundesumweltministeriums von 1965 bis Ende 2008 rund 5800 gemeldete Vorfälle. In Krümmel waren es seit Betriebsstart 1984 rund 310 sogenannte meldepflichtige Ereignisse. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland protestierte mit einer “Atom-Ausstiegsuhr“ in Wiesbaden gegen längere Laufzeiten alter Kernkraftwerke wie Biblis.
dpa



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