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Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) rät: Stromabzockern kündigen!

Ministerin rät: Stromabzockern kündigen! 

Düsseldorf - Jetzt reicht‘s: Angesichts der Welle an Strompreiserhöhungen durch mehr als 40 Energieunternehmen zum Jahresanfang 2010 raten Verbraucherschützer und Politiker zu einem Anbieterwechsel.

© dpa

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) rät: „Ich kann Verbrauchern immer nur den guten Rat geben: Nachschauen, Wechseln!“

“Wir raten den Verbraucher das zum Anlass zu nehmen, den Stromanbieter zu wechseln“, sagte der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Private Haushalte können nach seinen Worten in vielen Fällen “etwa 100 bis 200 Euro“ pro Jahr auch ohne Vorauszahlungsmodelle sparen. Die Wechselbereitschaft nehme zu.

Die hessische Verbraucherzentrale warf zahlreichen Versorgern eine unseriöse Politik bei den Strompreisen vor. Die jetzt angekündigten neuen Preiserhöhungen widersprächen früheren Aussagen großer Energieerzeuger, kritisierte die Verbraucherschutzorganisation am Donnerstag in Frankfurt. Kunden sollten Preiserhöhungen zum Anlass nehmen, einen Wechsel zu prüfen. “Stromkunden, die ihrem Anbieter die rote Karte zeigen wollen, können meist aus mehreren hundert Produkten diverser Anbietern in ihrer Region auswählen“, erklärte Peter Lassek.

Aigner: „Nachschauen, Wechseln!“

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) rät ebenfalls, einen Wechsel des Stromversorgers zu prüfen. “Ich kann Verbrauchern immer nur den guten Rat geben: Nachschauen, Wechseln“, sagte Aigner am Donnerstag in Berlin. Dies sei die beste und effektivste Möglichkeit für die Stromkunden, um etwas gegen eine Erhöhung des Strompreises zu tun. Allerdings würden nicht alle Anbieter den Preis heraufsetzen, sagte sie. Sonst wäre es ein Fall für das Kartellrecht geworden.

Die beiden größten deutschen Energiekonzerne Eon und RWE heben die Preise - im Unterschied zu einer Reihe anderer Versorger - nicht zum Jahresanfang 2010 an. Das ergab eine dpa-Umfrage am Donnerstag. “Bei uns ändert sich zum Jahreswechsel nichts an den Strompreisen“, sagte ein Eon-Sprecher in München.

RWE will Strompreise bis 2010 stabil halten

RWE will die Strompreise bis in die zweite Jahreshälfte 2010 stabil halten. Bei den Gaspreisen gebe es für die 500.000 Kunden bis mindestens Februar keine Veränderungen, sagte ein Sprecher der RWE Vertrieb AG. RWE hat 3,5 Millionen private Stromkunden. Davon müssen 200.000 Kunden der süddeutschen Lechwerke AG (LEW), wie bereits angekündigt, zum Jahreswechsel rund vier Prozent mehr zahlen. Die stabilen Strompreise führt RWE auf langfristig angelegte Beschaffung zurück. Preisausschläge könnten so beim Einkauf abgefedert werden.

Das Tarifvergleichs-Portal Verivox hatte am Mittwoch berichtet, dass zum Jahreswechsel mindestens 40 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich 5 Prozent erhöhen wollten. Zu den Versorgern mit Preiserhöhungen zählten mit Vattenfall und EnBW auch zwei der vier größten Energiekonzerne in Deutschland. Seit der Liberalisierung des Strommarktes 1998 habe nur gut jeder fünfte Stromkunde den Anbieter gewechselt. Nach Übersicht des Portals Toptarif.de planen mindestens 46 regionale Versorger, ihre Strompreise im Januar zu erhöhen - im Durchschnitt um 4,7 Prozent und maximal bis zu 10,7 Prozent.

dpa

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