- München - Mehr als zehn Jahre dauerte der Streit, doch die Entscheidung fiel binnen weniger Minuten: Exakt um 16.35 Uhr erteilten die Kultusminister dem knapp 300 Seiten starken "Wörterverzeichnis" ihren Segen. Sie stimmten damit den Empfehlungen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu. Aus der "gelben Karte" wird wieder die "Gelbe Karte", und der "Delphin" bleibt erhalten. Die reformierte Reform gilt ab 1. August verbindlich an Bayerns Schulen.
Mehr als ein Jahr hatte der Rat für deutsche Rechtschreibung die umstrittene Reform unter die Lupe genommen. Allerdings befasste sich das 39-köpfige Expertengremium nicht mit den von den Kultusministern als unstrittig deklarierten Bereichen wie den Laut-Buchstaben-Beziehungen ("Stängel"). Reform-Kritiker Theodor Ickler hatte daher vergangene Woche seinen Austritt aus dem Rat erklärt. Dieses unfertige Gebilde werde er nicht mittragen, so Ickler. Auch der deutsche Elternverein erneuerte seine Kritik und forderte die Kultusminister auf, die alte Rechtschreibung wieder an den Schulen zuzulassen. Die Kritik an der Reform wird somit wohl so schnell nicht verstummen.



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