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Seehofer bildet sich in der Schweiz weiter

Seehofer bildet sich in der Schweiz weiter

München - Beim ersten Schweiz-Besuch eines bayerischen Regierungschefs überhaupt will sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Anregungen für den Atomausstieg holen.

© dapd

Horst Seehofer holt sich in der Schweiz Anregungen zum Atomausstieg.

Seehofer will an diesem Sonntag das Wasserkraftwerk Linth-Limmern im Glarner Hinterland besuchen, wo eines der bisher größten europäischen Pumpspeicherkraftwerke geplant ist. “Die Schweiz und Bayern gehen hier gemeinsam in eine neue Zukunft der Energiepolitik“, sagte Seehofer am Donnerstag. “Uns verbindet der Wille, nachhaltig aus der Atomenergie auszusteigen und künftig verstärkt erneuerbare Energien zu nutzen.“

Die Produktionskapazität des Schweizer Wasserkraftwerks soll durch den nachträglichen Einbau der Pumpspeicheranlage auf 1480 Megawatt steigen - damit wäre die Leistung höher als die eines älteren Atomkraftwerks wie des mittlerweile abgeschalteten Meilers Isar I bei Landshut. Da es in den Schweizer Bergen derzeit äußerst kalt ist, hat die Staatskanzlei die Delegationsmitglieder bereits fürsorglich ermahnt, sich warm anzuziehen. Als Vertreter des Landtags reisen mit FDP-Fraktionschef Thomas Hacker und SPD-Vizefraktionschefin Inge Aures.

Das Kabinett Seehofer

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Seehofer ist als derzeitiger Bundesratspräsident quasi auch Vertreter Berlins, reist aber protokollarisch in seiner Eigenschaft als bayerischer Ministerpräsident. In Bern wird Seehofer am zweiten Tag des Besuchs die Schweizer Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf und andere Schweizer Regierungsmitglieder treffen. “Die Schweiz und Bayern verbindet vieles“, erklärte Seehofer. “Als direkte Nachbarn teilen wir die gemeinsame Heimat im Alpenraum ebenso wie die besondere Stärke als export- und innovationsorientierter Standort in der Mitte Europas.“ Die Schweiz habe einen “hohen Erfahrungsschatz“ in Fragen des Föderalismus und der direkten Demokratie.

Obwohl die Eidgenossen direkte Nachbarn sind, ist Seehofer der erste Ministerpräsident Bayerns, der das Land besucht. Anders als im Fall Tschechiens, wo es wegen der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg eine jahrzehntelange Eiszeit gab, waren die Beziehungen zur Schweiz aber immer unproblematisch. Seit 2010 gibt es auch eine bayerische Repräsentanz in Zürich. Zum Abschluss hält Seehofer am Montagabend eine Rede zur europäischen Integration in der Universität Zürich, erwartet werden etwa 300 Zuhörer.

dpa

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