Wegen Gedenkmarsch für Jürgen Rieger: Wunsiedel wehrt sich gegen NPD

Wunsiedel wehrt sich gegen NPD

006.11.09|PolitikFacebook
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Wunsiedel - Die Stadt Wunsiedel will dem für 14. November geplanten Gedenkmarsch für den verstorbenen NPD-Vize Jürgen Rieger mit einem Aktionstag entgegentreten.

Unter dem Motto “Gemeinsam gegen das Vergessen“ will das Wunsiedler Bündnis am Vortag des Volkstrauertags an die Opfer der Todesmärsche erinnern, die wenige Tage vor Kriegsende durch die Stadt vom Konzentrationslager Buchenwald nach Flossenbürg in der Oberpfalz gezogen waren.

Nach Angaben des Wunsiedler Bürgermeisters Karl-Willi Beck (CSU) wird das Landratsamt Wunsiedel erst in der kommenden Woche über ein Verbot der NPD-Veranstaltung entscheiden. Beck geht davon aus, dass das Verbot des NPD-Aufmarsches wie bei den alljährlichen Gedenkveranstaltungen zum Todestag von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß im August einer gerichtlichen Überprüfung standhält.

“In unserer Stadt ist kein Platz für Neonazis und schon gar nicht für Jürgen Rieger“, sagte Beck am Freitag. Seiner Auffassung nach ist die Gedenkveranstaltung für Rieger nur ein Vorwand für die NPD, um Hitler-Stellvertreter Heß huldigen zu können. “Das ist eine unsägliche Vermischung“, betonte das Stadtoberhaupt.

Ähnlich wie beim alljährlichen “Tag der Demokratie“ im Sommer werden die Aktionen zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes gemeinsam von der Stadt, den Parteien, der Kirchen, den Gewerkschaften und verschiedenen Bürgerinitiativen getragen. Unser Ziel ist es, uns den Opfern der Alt- und Neonazis zuzuwenden, um das Terrorregime der Nazis zu entlarven“, erklärte Beck.

Jürgen Rieger hatte nach dem Tod von Rudolf Heß Ende der 80er Jahre und dann wieder von 2001 bis 2004 Rudolf-Heß-Gedenkmärsche in Wunsiedel organisiert. Seit fünf Jahren werden Klagen gegen das Verbot der Veranstaltungen regelmäßig abgewiesen.

dpa

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