Frankfurt/Main - Ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten ist nach Angaben der Katholischen Bischofskonferenz nicht in Sicht.

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Ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten ist nach Angaben der Katholischen Bischofskonferenz nicht in Sicht.
“Die Zeit dazu ist noch nicht reif“, sagte der Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Konferenz, Robert Zollitsch, in einem Interview der Nachrichtenagentur DAPD. Die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hofft dagegen weiter, dass noch zu ihren Lebzeiten evangelische und katholische Christen offiziell diesen zentralen Ritus des Christentums gemeinsam begehen können, wie sie der DAPD sagte. Bis dahin müsse sie jedoch akzeptieren, dass es in der römisch-katholischen Kirche theologische Überzeugungen gebe, die das nicht möglich machten, sagte Käßmann und fügte hinzu: “Die Gemeindebasis wird gewiss nicht aufhören, darauf zu dringen.“
Auf den zweiten Ökumenischen Kirchentag, der kommendes Jahr in München stattfindet, freue sie sich, “weil er noch einmal ganz klar zeigen wird, dass uns viel mehr verbindet als uns trennt“. Zwar hätten beide Kirchen unterschiedliche Profile. “Aber trotzdem ist mir jeder Katholik näher als jemand, der einen anderen oder gar keinen Glauben hat“, sagte Käßmann. Die Verschiedenheit solle man nicht immer nur als Belastung sehen, sondern auch als kreative Vielfalt. Zollitsch warnte davor, den Erfolg des Ökumenischen Kirchentags auf die Frage nach dem gemeinsamen Abendmahl zu reduzieren.
Das Laientreffen in München sei “eine Chance, das zu leben, was gemeinsam zu feiern möglich ist“. Er wünsche sich, dass man gemeinsam deutlich mache, wie weit man schon in der Ökumene gekommen sei. “Ich erhoffe mir gute theologische Diskussionen, wie wir als Kirchen ökumenisch geeint nach vorne schauen, wenn es um den Einsatz für Religionsfreiheit geht, um die christlichen Werte oder um die Verteidigung des Lebens in allen Lebensabschnitten. Wir haben da noch einiges vor uns“, sagte er.
Auch Käßmann erklärte, sie habe keine Vorbehalte von katholischer Seite gespürt. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz habe ihr sofort nach ihrer Wahl zur Ratsvorsitzenden persönlich gratuliert. Ihr erster offizieller Besuch als Ratsvorsitzende habe Zollitsch gegolten. Ein Besuch beim Papst sei derzeit allerdings nicht geplant. Sie sei für Deutschland zuständig, nicht für die Welt. “Rom ist nicht meine erste Priorität“, sagte Käßmann.
dapd



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