Mombasa - Somalische Piraten haben nach Vergeltungsdrohungen am Dienstag zwei weitere Frachter in ihre Gewalt gebracht. Damit kaperten sie binnen zwei Tagen vier Schiffe, unbeeindruckt vom Tod mehrerer Seeräuber bei einer Befreiungsaktion der US-Marine am Wochenende.

© dpa
"Piraten-Scheuche" auf einem Schiff im Hafen von Mombasa.
Der libanesische Frachter “MV Sea Horse“ wurde nach Angaben einer NATO-Sprecherin am Dienstag vor der Küste Somalias von Seeräubern in drei oder vier Schnellbooten angegriffen. Nur Stunden zuvor hatten Piraten mitten in der Nacht den griechischen Frachter “MV Irene E.M.“ überfallen und bis zu 23 philippinische Besatzungsmitglieder in ihre Gewalt gebracht. Die “M.V. Irene E.M.“ war nach Angaben der US-Marine unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen unterwegs.
Die Internationale Seefahrtbehörde (IMB) in Kuala Lumpur sprach von 21 Besatzungsmitgliedern, die US-Marine von 23 Mann an Bord. Unmittelbar vor dem Überfall hatte die “Irene“ noch ein Notsignal abgesetzt, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. Dass der Angriff in der Nacht erfolgte, deutet auf eine immer bessere technische Ausrüstung der Piraten hin - offenbar finanziert mit Lösegeldzahlungen in Millionenhöhe.
Bei der Kommandoaktion wurden drei Piraten getötet und einer gefangengenommen. Die Seeräuber drohten Vergeltung an. Künftig würden alle Geiseln sofort getötet, wenn die Gefahr eines Angriffs seitens ihrer Landesstreitkräfte bestehe, erklärte Piratenführer Jamac Habeb. Und die USA würden ganz besonders ins Visier genommen. Der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Admiral Richard Mullen, erklärte, er nehme die Drohung ernst. Zugleich bekräftigte er im Fernsehsender ABC, dass die USA auf jede Vergeltungsaktion entsprechend reagieren würden.
Die Seeräuber haben gegenwärtig knapp 20 Schiffe mit mehr als 300 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt, darunter Seeleute aus Deutschland, Italien, Bulgarien, Russland, der Ukraine, China und Taiwan, Indonesien und den Philippinen.
ap



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