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Studien ausgewertet: Personalchefs sollten Intelligenztests zu Rate ziehen

Personalchefs sollten Intelligenztests zu Rate ziehen

Bonn - Wissenschaftler haben Studien über Intelligenz und Arbeitsleistung ausgewertet. Sie raten jedem Personalchef neue Mitarbeiter Intelligenztests zu unterziehen.

Allgemeine Intelligenz ist wichtige Voraussetzung für hohe Arbeitsleistung und beruflichen Erfolg - dies hat der Bonner Psychologe Jochen Kramer in einer sogenannten Metaanalyse herausgefunden, für die er 244 Studien aus Deutschland ausgewertete.

Deutsche Personalchefs interessierten sich bisher jedoch wenig für die Intelligenz ihrer Mitarbeiter, heißt es in einer Mitteilung der Universität Bonn vom Montag. In den USA seien Intelligenztests als Einstellungskriterium dagegen schon lange anerkannte Praxis. Konkrete Angaben macht die Analyse zum Einfluss der Intelligenz auf vier Teilbereiche des beruflichen Erfolges: Arbeitsleistung, berufliche Lernleistung, Einkommen und berufliche Laufbahn.

Wenn ein Mitarbeiter unter Berücksichtigung seiner Intelligenz ausgewählt wurde, erbringt er demnach mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 80 Prozent eine hohe Arbeits- und Lernleistung - im Vergleich zu 50 Prozent bei reiner Zufallsauswahl. Die Chancen der ausgewählten Bewerber, Karriere zu machen und ein hohes Einkommen zu erzielen, liegen unter Berücksichtigung der Intelligenz bei knapp 70 Prozent.

“Für unterschiedlich komplexe Berufe sind bei diesen Werten Schwankungen zu erwarten“, relativiert Kramer, betont aber den grundsätzlichen Zusammenhang: “Je intelligenter ein Mitarbeiter ist, desto eher liefert er gute Arbeit und ist beruflich erfolgreich.“ Intelligenz, also die mentalen Fähigkeiten eines Menschen, wurde in der Analyse möglichst weit gefasst. “Nur Studien, die mindestens zwei der drei Bereiche mentaler Fähigkeiten - Zahlen und Rechnen, sprachliche Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen - berücksichtigten, wurden in meine Studie aufgenommen“, erklärt Kramer.

Grundannahme ist nämlich: Im Berufsleben ist allgemeine Intelligenz wichtig statt nur spezifische mentale Fähigkeiten. Kramer rät: “Als Personalchef würde ich mir auf jeden Fall ein Bild von der allgemeinen Intelligenz meines zukünftigen Mitarbeiters verschaffen. Wer darauf verzichtet, lässt sich wichtige Informationen entgehen.“

AP

Rubriklistenbild: © dpa

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