Moskau - In Russland sollen Rechtsextreme einen 20 Jahre alten Gastarbeiter aus der Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan enthauptet und sich per Handy zu dem Mord aus Fremdenhass bekannt haben.
Das meldete die Agentur Interfax am Donnerstag laut Ermittlern und Menschenrechtlern. Der Kopf des Mannes wurde in einem Plastikbeutel in einer Mülltonne bei Moskau entdeckt, nachdem die Polizei bereits am 6. Dezember seinen Körper gefunden hatte. In einer über Handy abgesetzten Bildnachricht habe sich die “Kampforganisation russischer Nationalisten“ zu der Tat bekannt, hieß es. Menschenrechtler beklagen seit langem die Zunahme rechtsextremer Gewalt in Russland.
Nach Darstellung der Polizei hatten etwa zehn Rechtsextreme den 20-Jährigen und einen anderen Tadschiken in einem Moskauer Vorort erst mit Gummigeschossen angegriffen und dann zusammengeschlagen. Die beiden Männer waren Arbeiter auf einem Obst- und Gemüsemarkt. Ein Opfer entkam. Der Leiter des Moskauers Menschenrechtsbüros, Alexander Brod, verurteilte die blutige Attacke. In Russland ist die Zahl der Toten durch rechtsextreme Gewalt in diesem Jahr auf ein historisches Hoch von mehr als 100 gestiegen.
Im vergangenen Jahr hatte ein Internet-Video, auf dem die Ermordung eines Tadschiken und eines Kaukasiers durch vermummte russische Rechtsextreme zu sehen ist, für Aufsehen gesorgt. Für den Film, in dem auch eine Hakenkreuz-Fahne zu sehen ist, übernahm im Internet eine “National-Sozialistische Partei Russlands“ die Verantwortung. Für diesen Freitag haben Rechtsextreme erneut Kundgebungen in Moskau gegen Ausländer angekündigt.
dpa



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