Rom - Der irische Premier Enda Kenny hat im Missbrauchsskandal schweres Geschütz gegen den Vatikan aufgefahren. Er warf dem Kirchenstaat Vertuschung vor. Dieser reagierte prompt und empört.

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Übte harsche Kritik am Vatikan: Enda Kenny
Der sogenannte Cloyne-Report war die vierte größere Veröffentlichung innerhalb von sechs Jahren über das Vertuschen von Missbrauch in der katholischen Kirche in Irland. In der Diözese Cloyne war Bischof John Magee tätig, dessen Rücktritt Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr akzeptiert hatte. Ihm war nachgewiesen worden, die Untersuchungen fehlgeleitet zu haben. Außerdem wurden ihm “Fehler beim Schutz von Kindern“ vorgeworfen.
Kommentatoren bewerteten das traditionell enge Verhältnis zwischen Staat und Kirche, der weitgehend katholisch bevölkerten Republik als nachhaltig gestört. Noch nie zuvor hatte ein hochrangiger irischer Politiker solch harsche Worte in Richtung Vatikan ausgesprochen. Kennys Rüge hatte sich auch Dublins Erzbischof Diarmuid Martin angeschlossen. Der Premierminister selbst sagte am Sonntag, er habe tausende Reaktionen, auch von Klerikern erhalten. Viele hätten gesagt, es sei “an der Zeit“ gewesen, dass jemand die Stimme erhebe.
Die katholische Kirche in Irland war im Jahr 2009 durch gleich zwei Untersuchungsberichte schwer erschüttert worden. Diese hatten den jahrzehntelangen tausendfachen Missbrauch von Kindern unter dem Dach der Kirche dokumentiert. Papst Benedikt hatte darauf 2010 in einem Hirtenbrief Stellung genommen. Die Priester und Ordensleute, die Kinder missbraucht hätten, sollten ihre Schuld offen eingestehen und sich der Rechtsprechung unterwerfen. Auch in den USA, Belgien und Deutschland waren zahlreiche Missbrauchsfälle bekanntgeworden.
dpa



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