027.07.10|Wirtschaft
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Berlin - Fast 400.000 neue Hüft-

© dpa
Ein Mediziner zeigt ein künstliches Hüftgelenk. Die Barmer GEK warnt: Bald werden alle Rentner mit Kunst-
Philipp Mißfelder wird den Sommer nicht vergessen. Er halte nichts davon, wenn 85-
Der Vize-
Heute werden jährlich fast 210 000 neue Hüften eingesetzt und 175 000 neue Knie - dazu kommen mehr als 50 000 Eingriffe, um Prothesen zu ersetzen. Seit 2003 gab es 9 Prozent mehr Hüftprothesen und 43 Prozent mehr Knieimplantate. Den Anstieg durch die älter werdende Gesellschaft bei diesen typischen Alterseingriffen haben die Autoren des Krankenhaus-
Diese Gelenkprothesen allein sind ein enormer Kostenblock für die stets unter Finanzdruck stehenden gesetzlichen Kassen: 2,9 Milliarden gaben sie dafür vergangenes Jahr aus. Inklusive Nachbehandlung kommt die Kasse bei ihrer repräsentativen Erhebung sogar auf 3,5 Milliarden. “Da erschrickt man dann schon“, sagt Schlenker. Bald hätte wohl jeder Rentner eine Prothese.
Möglicher Kritik beugt der Kassenfunktionär vor: “Wir wollen nicht in die Rationierungsdiskussion.“ Doch werden Prothesen immer nur eingesetzt, wenn es sinnvoll ist? Womöglich operieren die Ärzte immer leichtere Fälle, meint Studienautorin Eva Maria Bitzer. Angesichts der immer leichteren Operationen mit wesentlich kürzeren Narben und kürzerer Liegezeiten in der Klinik sinkt wohl auch die Bereitschaft der Patienten, Gelenkschmerzen auszuhalten, heißt es bei den Klinikärzten.
Jüngere erhalten eine neue Hüfte vor allem wegen Verschleiß (Arthrose). Zwei Drittel der über 85-
Doch solche ethisch brisanten Punkte führt die Kasse wohlweislich nicht weiter aus. Schlenker bedauert vielmehr, dass die Kliniken angesichts der scheinbar automatischen Steigerungsraten bei Prothesen kein Interesse daran hätten, auf kostensparende Verträge einzugehen oder Rabatte einzuräumen. Über ein Endoprothesenregister wird zudem seit Jahren diskutiert - ergebnislos. Erstmals eingesetzte und später ersetzte künstliche Gelenken würden hier dauerhaft erfasst - Befürworter versprechen sich steigende Qualität der Produkte.
Gesundheitsforscher Friedrich-
Von Basil Wegener

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