031.08.10|Wirtschaft|Wirtschaft|
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Neu-Delhi/Berlin - Die mehr als eine Million Blackberry-Nutzer in Indien können vorerst aufatmen. Die Regierung schiebt die angedrohte Sperrung des mobilen E-Mail-Dienstes zunächst um zwei Monate auf.
Für Blackberry ist es mehr als nur ein lokaler Konflikt: Es geht um ein Grundprinzip des Geschäftsmodells, die Vertraulichkeit der E-Mails.
Streitpunkt ist vor allem der Blackberry-Kommunikationsdienst für Unternehmen. Um Firmengeheimnisse zu schützen, werden die E-Mails verschlüsselt gesendet. Der Blackberry-Anbieter beharrte bisher darauf, gar keinen “Generalschlüssel“ zu haben, mit dem alle Mails mitgelesen werden könnten. Nur die Kunden selbst hätten die Kontrolle darüber. Für RIM ist die Sicherheit der E-Mails ein entscheidendes Argument, um Unternehmen und Regierungsbehörden als Kunden zu gewinnen.
Genau diese Abgeschirmtheit ist jedoch Ländern wie Indien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Dorn im Auge. Sie zeigen sich besorgt, dass mit Hilfe der verschlüsselten E-Mails zum Beispiel Terroristen ihre Angriffe vorbereiten könnten. Die indische Regierung hatte Research In Motion deshalb ultimativ aufgefordert, bis zum 31. August den Zugang zu allen E-Mails zu gewähren, andernfalls werde der Dienst blockiert. Nun wollen die Behörden zunächst weitere 60 Tage die Lage analysieren.
Research In Motion ist in der Zwickmühle. Einerseits könnte es dem Geschäft schaden, wenn die indischen Unternehmenskunden sich nicht mehr auf die Vertraulichkeit ihrer E-Mails verlassen könnten. Andererseits ist Indien derzeit der am schnellsten wachsende Mobilfunkmarkt der Welt, in dem alle Anbieter aggressiv um neue Kunden buhlen. Zum Anfang des Sommers hatte der Blackberry-Dienst rund 46 Millionen Kunden weltweit. Demnächst werden aktuelle Zahlen zeigen, ob der Streit um die Verschlüsselung eventuell das Kundenwachstum gebremst hat. In Saudi-Arabien und den Emiraten ist Research In Motion ebenfalls in Verhandlungen, um eine Sperrung des Dienste zu verhindern.
dpa
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