104.11.08|Wirtschaft|Wirtschaft|
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Bislang haben vier deutsche Banken das mit rund 500 Milliarden Euro ausgestattete Rettungspaket für die Finanzwirtschaft in Anspruch genommen:
Die bayerische Landesbank kündigte vor zwei Wochen (20. Oktober) als erstes deutschen Kreditinstitut an, dass sie eine Finanzspritze in Höhe von 5,4 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket beantragen werde. Außerdem wollten der Freistaat und die bayerischen Sparkassen als bisherige Eigentümer zusätzlich eine Milliarde Euro Kapital zur Sanierung der Bank beisteuern. Wegen der Finanzmarktkrise hatte die BayernLB im dritten Quartal eine Milliarde Euro Verlust gemacht. Bis zum Jahresende rechnet sie mit einem Verlust von drei Milliarden Euro.
Als erste deutsche Privatbank suchte die angeschlagene Hypo Real Estate (HRE) am vergangenen Mittwoch (29. Oktober) Schutz unter dem Rettungsschirm der Bundesregierung. Der Dax-Konzern beantragte eine Bürgschaft in Höhe von 15 Milliarden Euro. Die HRE war wegen der Finanzmarktkrise und einem Austrocknen der kurzfristigen Kreditmärkte ins Trudeln geraten. Vor allem die irische Tochter Depfa hatte sich auf den kurzfristigen Interbankenhandel verlassen.
Die Commerzbank, das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut, beantragte am Montag (3. November) Unterstützung aus dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin). Die Bank erhält eine Kapitalspritze von 8,2 Milliarden Euro. Zudem kann das Institut nötigenfalls 15 Milliarden Euro Staatsgarantien für Fremdschulden beanspruchen. Insgesamt brachten die Auswirkungen der Finanzmarktkrise der Commerzbank im dritten Quartal Belastungen von 1,1 Milliarden Euro.
Die HSH Nordbank kündigte ebenfalls am Montag an, dass sie das staatliche Rettungspaket in Anspruch nehmen will. Dazu will die Landesbank der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein Bürgschaften für Kredite bis zu 30 Milliarden Euro beantragen. Darüber hinaus würden Maßnahmen zur Rekapitalisierung geprüft. Für die ersten neun Monate nannte die Bank einen Abschreibungsbedarf von 1,3 Milliarden Euro. Ob die HSH auch eine staatliche Eigenkapitalspritze in Anspruch nehmen wird, ließ der Vorstand offen. Die Bank stehe aber mit einer Kernkapitalquote von 7,4 Prozent nicht unter Zeitdruck.
Bei der angeschlagenen WestLB rückt die Entscheidung über die Nutzung des milliardenschweren Rettungspakets der Bundesregierung näher. Der Aufsichtsrat ist am Montag zusammengekommen, um über die Annahme der staatlichen Hilfen zu beraten. Wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. "Man wird abwarten müssen", sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums. Die WestLB hatte bereits mehrfach ihr Interesse an dem Rettungsfonds bekundet, jedoch noch keine Details genannt. "Geprüft werden weiterhin alle Bestandteile des Maßnahmenpakets", sagte ein Sprecher.
ap
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