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Laufschuhe im Test: Billigtreter hinken hinterher

Laufschuhe im Test

Billigtreter hinken hinterher

Laufen ohne Leiden – das ist wohl der Wunsch eines jeden Sportlers. Die Schuhe machen dabei viel aus. Stiftung Warentest hat 19 Modelle für Männer unter die Lupe genommen und rät von Billigware ab.

Leichtes Abrollen, gute Dämpfung – das sind zwei wichtige Kriterien für einen guten Schuh. In erster Linie muss er allerdings passen und bequem sein.

© fkn

Leichtes Abrollen, gute Dämpfung – das sind zwei wichtige Kriterien für einen guten Schuh. In erster Linie muss er allerdings passen und bequem sein.

Der Fuß an sich ist recht komplex – mit 26 Knochen, 31 Gelenken, vielen Sehnen, Muskeln und Nerven, sowie rund 600 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter – und jeder Fuß ist anders. Den idealen Laufschuh für jeden gibt es daher nicht. „Ob Platt-, Senk-, Spreiz-, Knick- oder Hohlfuß – die Fehlstellung bedingt den Laufstil, und der muss bei der Auswahl des Schuhs berücksichtigt werden“, schreibt Stiftung Warentest (Juni-Ausgabe „test“). Die Warentester haben sich 19 Modelle für Herren angeschaut, darunter sechs Stabilitäts- und Neutrallaufschuhe und sieben preiswerte Modelle.

Lauftyp bestimmt den Schuhtyp

Der Handel bietet verschiedene Schuhtypen an. Neutrallaufschuhe, auch Cushionschuhe genannt, sind für Läufer gedacht, die keine oder kaum Fußfehlstellungen oder sonstige orthopädische Probleme haben. Eine besondere Rolle für die Auswahl spielt die Pronation. Damit ist das leichte Einknicken des Fußes nach innen gemeint. „Überpronierer, bei denen der Fuß beim Aufsetzen stark nach innen knickt, sind mit dem Adidas adiStar Salvation (155 Euro) gut beraten“, urteilen die Warentester. Für Neutralläufer empfehle sich der Adidas Supernova Glide (120 Euro). „Die bei vielen Läufern beliebten Asics-Schuhe haben Probleme mit der Haltbarkeit“, kritisiert Stiftung Warentest. Außerdem hatte die Firma Auskünfte zur Unternehmensverantwortung verweigert. Insgesamt gesehen schlugen sich jedoch alle Markentreter bis auf Reebok (hier drückten die Nähte) gut.

Schmerzen durch Aktionsschuhe

Weit abgeschlagen bei den Testläufern landeten dagegen viele Billigtreter. „Mithalten konnten hier nur die preiswerten Schuhe von Adidas und Deichmann für 50 und 40 Euro“, so Stiftung Warentest. Wenig Freude hätten die Tester am „mangelhaften“ Joggingschuh von Reno (30 Euro) und den besonders billigen Aktionsschuhen von Aldi Nord (16 Euro, „befriedigend“) und Lidl (10 Euro, „mangelhaft“) gehabt – manch einer klagte im Anschluss über Knie- und andere Schmerzen. Als „nicht empfehlenswert“ stuften die Tester daher den Schuh von Reno und Lidl ein. Das Aldi-Modell erhielt ein „wenig empfehlenswert“. Vor allem die Stoßdämpfung ist bei diesen Schuhen schlecht, ebenso das Abrollverhalten.

Die Schnürung ist wichtig

Kleine Mängel gab es aber auch bei den Spitzenreitern. So monierten die Testläufer bei den Adidas-Modellen die schwache Fixierung der Schnürsenkel, die oft nur mit einem Doppelknoten hielten. Dabei ist das „richtige“ Zubinden der Schuhe äußerst wichtig, erklärt Stiftung Warentest. Ein Laufschuh mit den besten Dämpfungs- und Stützeigenschaften nütze wenig, wenn er nicht richtig sitzt. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen haben herausgefunden, dass die Schnürung Einfluss auf die Laufeigenschaft und das Verletzungsrisiko haben. Wer das Schuhband auch durch die letzten oberen Ösen zieht und die Senkel etwas fester schnürt, hat der Untersuchung zufolge den besten Halt. Die übliche Sechs-Ösen-Kreuzschnürung erzielt etwas schlechtere biomechanische Werte.

Nasse Schuhe sollten übrigens immer nur mit Papier ausgestopft werden – direkte Hitze verträgt das Material nicht. Außerdem sollte die Innensohle nach jedem Laufen herausgenommen und ausgelüftet werden. Das ist beim ansonsten „guten“ Adidas Duramo (50 Euro) allerdings etwas schwer, da die Einlegesohle in den Schuh geklebt ist.

mm

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