München - Während viele Energielieferanten in Bayern sinkende Gaspreise ankündigen, geht der Trend beim Strom unaufhaltsam in die entgegengesetzte Richtung: Fast 90 Versorger verteuern laut dem Vergleichsdienst Check24.de bis zum 1. Januar ihre Tarife.
Einen Monat später wird mit Eon Bayern auch der führende Anbieter im Freistaat nachlegen. Ab dem 1. Februar werde den 2,1 Millionen Kunden pro verbrauchter Kilowattstunde neun Prozent mehr in Rechnung gestellt, kündigte die Gesellschaft am Dienstag an.
"Wir orientieren uns am Wettbewerb", sagte ein Eon-Sprecher gegenüber unserer Zeitung und verwies auf die Preisschritte der Konkurrenten. Er begründete den Aufschlag zudem mit den gestiegenen Einkaufskosten und den stark wachsenden Ausgaben in Folge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
Der angekündigte Aufschlag von Eon wird einen durchschnittlichen Haushalt (Verbrauch: 3500 Kilowattstunden im Jahr) 5,70 Euro im Monat zusätzlich kosten. Zumindest bis Ende 2009 sollen aber keine weiteren Erhöhungen folgen. "Ich bin zuversichtlich, dass uns das auch gelingen wird", erklärte der Geschäftsführer von Eon Bayern Vertrieb, Otmar Zisler. Zuletzt hatte Eon die Preise seiner Vertriebstöchter zum 1. Januar 2008 um damals zehn Prozent angehoben.
Bei den Gaspreisen folgt der Konzern dem Abwärtstrend im nächsten Jahr. Ebenfalls zum 1. Februar wird sich der Heizstoff für die 70 000 bayerischen Abnehmer um vier Prozent verbilligen. Damit würden die gesunkenen Beschaffungskosten infolge des massiven Preisverfalls von Öl weitergegeben, hieß es. Nach den Worten des Sprechers stehen weitere Tarifsenkungen an, sollte der Rohstoff dauerhaft günstig bleiben.
Unerwähnt bleibt in der gestrigen Mitteilung des Unternehmens, dass Eon ab Dezember noch mal zwölf Prozent auf seine Gaspreise aufschlägt. Ursprünglich sollten die Tarife bereits zum 1. Oktober um diese Größenordnung steigen. Um ein Missbrauchsverfahren des Kartellamts abzuwenden, verschob der Versorger die Erhöhung jedoch um zwei Monate nach hinten.
Florian Ernst



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