München - In der Krise gelten Immobilien als eine der letzten sicheren Anlagen. Die Folge: Die Kaufpreise für Doppelhaushälften und Eigentumswohnungen rund um München erreichen neue Rekordwerte.

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Richtfest für ein neues Zuhause: Die Zahl der Baugenehmigungen verharrt im Vergleich zu Mitte der 90er-Jahre auf niedrigem Niveau.
Die Immobilienpreise in und um München kennen nur eine Richtung – steil nach oben. „Anfang des Jahres hatten wir kurzzeitig überlegt, ob es nach dem kräftigen Anstieg der letzten Jahre vielleicht heuer zu einer Abschwächung kommt“, sagte Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts bei der Vorstellung des Herbstberichts in München. Doch die Auswertung zeigt: Von stabilen Immobilienpreisen oder sogar einem Rückgang ist in München nichts zu spüren. Und auch in Oberbayern ziehen die Preise an.
Der Immobilienverband Deutschland IVD Süd veröffentlicht zweimal im Jahr einen Marktbericht zu den Kaufpreisen von Wohnimmobilien. Für den Bericht werden rund 180 Makler, Bauträger, Hausverwalter und Sachverständige befragt.
Deutlich höhere Preise müssen Interessenten auch für Doppelhaushälften bezahlen. Ein Neubau (140 Quadratmeter Wohnfläche, gute Lage) kostet in München im Schnitt 775 000 Euro. In Rosenheim sind es 392 000 Euro, in Oberbayern 470 000 Euro.
Rekordmarken erreichen die Preise für neue Eigentumswohnungen in München: Der Quadratmeter kostet inzwischen 4400 Euro (Basis: 80-Quadratmeter-Wohnung, gute Lage und Ausstattung). Dies entspricht einem Plus von sechs Prozent. In Oberbayern liegt der Quadratmeterpreis für eine neue Eigentumswohnung bei 2970 Euro (plus 2,7 Prozent). Etwas günstiger ist es in Rosenheim mit 2730 Euro (plus 3,0 Prozent). Zum Vergleich: In Hof kostet der Quadratmeter gerade mal 1150 Euro.
Die hohe Nachfrage zeigt sich auch bei den bestehenden Eigentumswohnungen. Hier gab es in München einen regelrechten Preissprung. So kostet der Quadratmeter in guter Lage inzwischen im Schnitt 3400 Euro – im Vergleich zum Frühjahr ein Plus von 9,7 Prozent. In Rosenheim liegt der Quadratmeterpreis bei 1840 Euro (plus 4,5 Prozent), in Augsburg bei 1800 Euro (plus 1,7 Prozent).
Der Preisanstieg dürfte sich auch im kommenden Jahr kaum abschwächen. „Die Kapitalanleger schichten weiter in Richtung Immobilien um“, sagte Kippes. Ein Ende sei vorerst nicht abzusehen. „Wir haben derzeit die ungewöhnliche Situation, dass sowohl Kapitalanleger als auch Eigennutzer auf den Markt drängen.“
Preistreibend wirkt auch die geringe Zahl an Baugenehmigungen, die trotz eines deutlichen Anstiegs „weiterhin auf niedrigem Niveau verharre“, so Kippes. Insgesamt 34 400 Wohnungen wurden in den ersten neun Monaten des Jahres genehmigt. Mitte der 90er-Jahre lag die Zahl bei über 100 000.
Von Steffen Habit



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